Simbabwe 27.09.2018 – 17.10.2018

27.09.2018: Start in Kasane, Botswana – Übernachtung Lodge Kwalape

Was ihr schon kennt und wisst

Nun sind wir zum sechsten Mal im südlichen Afrika unterwegs und viele der täglichen Dinge, die wir erleben, machen für uns das Reisen dahin aus. Wer unsere Reiseberichte liest, der kennt schon viele dieser kleinen Alltagsdinge.

So wisst ihr schon, dass wir in diesen Tagen immer gegen fünf Uhr in der Früh mit der Sonne aufstehen und zeitig in unser Dachzelt kriechen, dass Andreas routinemäßig in kurzer Zeit aufbaut und ich mit Kissen und Schlafsäcken versehe.

Ihr wisst auch, dass wir den Tag mit einer erstaunlich gut schmeckenden Tasse Pulverkaffee beginnen und abends meistens ein leckeres Steak auf den Grill hauen. Ich habe auch schon oft davon erzählt, dass man in dieser Art von Urlaub für jede Selbstverständlichkeit 20 (das ist ungefähr einmal ums Auto) – 1000 Schritte gehen muss. Sei es die Dusche, die Toilette, der Abwasch, Wasser holen oder Kaffeekochen.

Deshalb will ich diesmal die kleinen Geschichten erzählen, die diesen Urlaub und Simbabwe ausgemacht haben.

Überrascht sind wir bei der Ankunft in Kasane von dem brandneuen erst im Februar diesen Jahres eröffneten Flughafen. Ein wenig wehmütig denken wir an die überschaubare Halle und an die Warzenschweine zurück, die beim letzten Mal noch über das Flugfeld gelaufen sind.

Es ist wie immer großartig, wie freundlich man in diesem Land empfangen wird. Bushlore hat nette Leute geschickt, die uns das Auto übergeben und in der KWALAPE Lodge sind alle herzlich und zuvorkommend. So ist der erste Abend direkt ein toller Einstieg und wir sind gespannt, was uns jetzt in Simbabwe erwartet.

28.09.2018: Lake Kariba, Binga – Masumu Lodge

Es geht endlich los. Unser Auto, diesmal ein Toyota Landcruiser, fährt sich super und bietet mit dem abgeschlossenen Stauraum viel Platz, der gut genutzt und vor Staub geschützt ist.

Bargespräch mit Piet aus den Niederlanden

Eigentlich wollten wir am Lake Kariba die Maabwe Baylodge ansteuern, die es aber wohl nicht mehr gibt. Stattdessen hat entgegen der Beschreibung unseres Reiseführers die Masumu Lodge geöffnet. Diese Fehlinformation ist auch dem Verwalter Piet mit niederländischen Wurzeln schon zu Ohren gekommen, wie er ärgerlich bemerkt.

Die Lodge ist wunderschön gelegen mit einzelnen Chalets, die hübsch ausgestattet sind und alle mit einem atemberaubenden Blick über den Kariba Stausee.

Nach unserem liebevoll zubereiteten Abendessen genießen wir noch einen Drink mit Piet an seiner Bar. Er kommentiert die Lage in Zimbabwe so: Wenn der neue Präsident es innerhalb der nächsten drei Jahre nicht schafft, die Situation zu verbessern, wird er abgeschafft und das heißt … Dabei macht Piet eine eindeutige Handbewegung.

Er kann sich allerdings unbekümmert zeigen, trotz dieser rauen Zeiten, denn er hat noch seinen niederländischen Pass und kann jederzeit dahin ausreisen.

Das die Infrastruktur in Zimbabwe nicht ganz intakt ist, stellen wir fest, als wir die Tankstelle in Binga suchen. Nur über eine holprige Piste erreichbar und gut versteckt in der letzten Ecke auf einem Hotelgelände – dazu später mehr.

29.09.2018: Chizarira – Campsite an der Plattform

 An Kreuzungen ist immer viel los

Der Weg weiter zum Chizarira NP führt vorbei an bunten Tonga Siedlungen. Die Tonga wurden beim Bau des Kariba Stausees kurzerhand ins Hinterland umgesiedelt. Immer wieder können wir feststellen, dass die Tonga noch eine sehr traditionelle Lebensweise führen. Dies finden wir später im Land so nicht mehr vor.

Wenn man in Zimbabwe unterwegs ist, ist eins allerdings überall gleich. Auf oft eintönigen Straßen, wenn man nicht gerade durch querende Kühe, Ziegen oder auch mal ein paar Paviane abgelenkt wird, sieht man schon von weitem, wenn man sich einer Kreuzung nähert.

An Straßen Kreuzungen findet ein Großteil des Lebens statt. Es halten sich stets viele Leute dort auf und es geht dort laut und turbulent zu. Man wartet auf die vielen, immer gestopft vollen Minibusse oder eine andere Mitfahrgelegenheit, Autos werden repariert, es wird geratscht und vieles mehr, dass wir auch nicht genau durchschaut haben. Es wird getauscht, gehandelt mit allem möglichen, in kleinem oder manchmal auch in großem Stil.

Im Chizarira NP angekommen, registrieren wir uns bei Alfred. Es ist nicht viel los in dem Park, wir können uns jede der vorhandenen Camp Sites aussuchen.

Nach einer ersten Pirschfahrt wählen wir die Plattform als Stellplatz aus, von der aus man einen tollen Blick ins Tal hat. Allerdings stehen wir nicht sehr windgeschützt, wie wir nachts feststellen, als ein sehr heftiger Wind uns fast das Zelt überm Kopf hinweg weht.

30.09.2018: Chizarira – Kaswiswi Campsite

Der kleine Chizarira NP ist toll gelegen und mit seiner Einsamkeit, den Bergen und Schluchten wunderschön.  Aber leider tatsächlich sehr vernachlässigt. Wir begegnen Wasserböcken, Impalas und Warzenschweinen, aber ansonsten sind wir quasi allein unterwegs. Der Versuch zum Busi River zu fahren, endet abrupt in einer dichten, dornigen Sackgasse. Wir ziehen uns schon einige Kratzer zu, als wir einen Teil der gefährlichen mit langen Dornen behafteten Stämme und Äste beiseite räumen. Aber dann schaffen wir es mit einigem Hin und Her, das sperrige große Auto heile zu wenden.

Doch nicht ganz allein

Heute haben wir uns eine andere Er zeltet mit seiner Familie an der … Campsite. Seine Jungs hatten bei dem Sturm richtig Angst in der Nacht, denn ein Zelt ist ihnen wohl tatsächlich fast weggeflogen. Auf unsere Frage, ob die immer dunkler werden Wolken Regen bringen, winkt er aber ab. Es ist noch zu früh im Jahr.

Dough erzählt uns, dass in den letzten Jahren niemand in dem kleinen Park war und viele Wege überhaupt nicht befahrbar waren. Auch in Mana Pools war er schon häufiger, einmal sogar für drei Monate und tatsächlich treffen wir ihn drei Tage später dort wieder.

Später fängt es aber doch an zu regnen, den Worten des Einheimischen zum Trotz. Das lieben die Frösche, die daraufhin ein wahres Konzert veranstalten. Aber es hört nach ein paar Tropfen wieder auf und die Glühwürmchen flimmern bald wieder mit den Sternen um die Wette.

TteTse Fliegen

Anders als in Sambia treffen wir nur zwischen dem Karibasee und Mana Pools auf TseTse Fliegen. Dort war das Gebiet mal total verseucht. Jetzt hat man in Zimbabwe dieses lästige Insekt größtenteils ausgerottet.  Wir hatten allerdings zumindest noch eine im Auto, die dafür unermüdlich zugebissen hat. Die Biester lieben blau und schwarz, verstecken sich im Dunkeln, gerne im Fußraum des Autos und beißen dann gleich zwei oder dreimal nebeneinander zu. Von den Bissen hat man dann über eine Woche was.

 01.10.2018: Mana Pools – Campsite Nr.6

Auf dem Weg nach Mana Pools finden wir an der Chiro Road kurz vor Chivaknanyama durch Zufall eine Möglichkeit zum Tanken. Tankstelle kann man das nicht nennen, es ist ein kleiner eingezäunter Platz mit zwei Zapfsäulen auf dem Hauptplatz des kleinen Ortes. Aber wir bekommen dort unseren Diesel. Das ist auch gut so, denn die stets als letzte Gelegenheit vor Mana Pools beschriebene Tankstelle in Makuti ist Out of Order.

Schon 14km vor dem Eingang zum NP müssen wir uns im Wildlife Office registrieren. Nach der Abzweigung von der Hauptstraße ist ein weiteres Gate. Im Office müssen wir uns erneut registrieren. Die nette Dame vom Parkdienst fragt uns, ob wir Laast mitnehmen können, der in Mana Pools arbeitet. Er erzählt uns, dass vor drei Tagen eine deutsche Touristin von einem Elefanten totgetrampelt wurde. Wie das genau passiert ist, konnte er uns allerdings auch nicht sagen und wir können auch später nur spärliche Informationen zu dem Vorfall lesen. Aus allem was wir erfahren, geht allerdings hervor, dass die Touristin ausgestiegen ist und sich dem Elefanten genähert hat, um Fotos zu schießen. Der arme Elefant, der sich so bedrängt gefühlt hat, wurde später erschossen.

 

02.10.2018: Mana Pools – Campsite Nr.6

Aber warum ist Mana Pools so besonders?

Es ist schon bei der Einfahrt in den Park auffallend, wie viele Tiere einem begegnen. Man ist sogleich umringt von Kudos, Impalas, den kleinen Bushböckchen und Duikers und auch die ganz großen Elands gibt es hier.

Das Camp liegt dann direkt am Sambesi, der sich träge durch die Landschaft schlängelt. Auch wenn er um diese Jahreszeit nicht viel Wasser hat, ist er ein breiter mächtiger Strom. So nah dran kann man in keinem anderen NP am Ufer stehen.

Die Abendstimmung ist umwerfend, rotglühend taucht die Sonne in den Fluss. Dann herrscht “Afrika Stille” im Camp: Frösche quaken, Zikaden zirpen und die Hippos schnauben und plantschen im Wasser.

Plötzlich knackt es links vom flackernden Feuer und ein Hippo stapft zwei Meter an uns vorbei zum nächtlichen grasen und lässt dabei immer wieder etwas fallen (jetzt wissen wir wie laut sie auch beim schei… sind). Von der anderen Seite nähert sich eine Hyäne, angelockt vom Geruch der vielen Grillstellen und noch eine und noch eine, …

Am nächsten Abend ist es ein Elefant, der uns vom letzten Toilettengang abhält als er fressend durch das Camp streift.

Die Morgendämmerung ist hier genauso faszinierend wie die Abendstimmung, wenn sich die Sonne langsam wieder über den Horizont schiebt und gleich wieder für Hitze sorgt.

Neben den Pavianen und Mehrkatzen finden sich auch tagsüber die Elefanten im Camp ein.  Setzt man sich zwischendurch mal einfach ans Ufer, kann man die vielen Wasservögel, Storche, Enten, Gänse oder eine der anderen 420 Vogelarten beobachten, die hier umherflattern.

Bei jeder Pirschfahrt trifft man sofort auf irgendwelche Tiere, Wasserböcke, Warzenschweine, Wasserbüffel, in einem der Pools liegen die Krokodile wie aufgereiht. Uns beeindrucken immer wieder die vielen Elefanten, die oft viele niedliche Jungtiere haben, die noch recht tapsig mit der Herde mitlaufen.

03.10.2018: Mana Pools – Campsite Nr.25

Wie dicht die Tiere einem kommen, erleben wir, als wir uns auf einer Picknick-Site eine Pause gönnen. Kaum haben wir es uns auf den Stühlen bequem gemacht, schreckt uns ein großer Elefantenbulle mit enormen Stoßzähnen auf, der zum Wasser will. Er kommt direkt auf uns zu. Etwas besorgt flüchten wir hinters Auto. Der alte Bulle schreitet aber völlig unbeeindruckt an uns vorbei.  Später erfahren wir, dass wir mit dieser Begegnung Glück hatten, denn das war Boswell, der älteste Bulle im NP, den man normalerweise nur sehr selten zu Gesicht bekommt.

Kanufahren auf dem Sambesi

Eine Attraktion auf dem Sambesi sind Kanufahrten. Heute steht dies bei uns auf dem Programm und um 15 Uhr finden wir uns am Main Office ein. Mit unserem, mit einer Kalaschnikow bewaffneten, Guide stiefeln wir nach einem sehr gründlichen Registrierungsprozesses vom Office durch das Schilf zum Ufer des Sambesi. Der Guide erklärt uns, dass die Hippos normalerweise Abstand halten, aber bei Bedarf durch Klopfen mit dem Paddel auf den Bootsrand vertrieben werden können. Zur Not hat er ja sonst auch noch sein Gewehr.

Es ist noch mordsmäßig heiß und beim Paddeln gegen den Strom läuft uns der Schweiß nur so von der Stirn. Und die Vorstellung, dass gerade eine Gruppe Hippos unter einem badet oder die Krokodile unter uns hinweg tauchen, lässt uns noch mehr schwitzen.

Die einmalige Atmosphäre und die ungewohnte Perspektive vom Wasser aus die Landschaft, die Tiere und die Vögel zu beobachten, entschädigen dafür mehr als genug. Die Bilder, die sich uns bieten sind herrlich – es sieht so alles noch einmal ganz anders aus: Die Hippos viel größer, die Elefanten noch viel mächtiger und die Krokodile unangenehm nah.

Nach Aussage unseres Guides waren wir stromaufwärts außergewöhnlich schnell und können uns stromabwärts dann treiben lassen und alles in Ruhe genießen.

04.10.2018: Marondera – Malwatte Farm Lodge Zimmer Nr.9

Walking Safari

Wir beschließen unseren Aufenthalt in Mana Pools mit einer Walking Safari. Die darf einfach nicht fehlen. Wieder bringen wir die Registrierung hinter uns und stiefeln dann unserem gut bewaffneten Guide Richard hinterher. Er führt uns kreuz und quer durch das unwegsame Gelände und macht uns dabei immer wieder auf Wasserböcke, Impalas oder Warzenschweine aufmerksam, die er zumeist viel eher als wir in dem Dickicht ausmacht. Er erzählt uns, dass er bevor er nach Mana Pools kam, zunächst in Great Zimbabwe und dann in Chimanimani gearbeitet hat. Beides Stationen, die wir auch noch im Programm haben. Von Chimanimani ist er total begeistert und so sind wir gespannt, was uns dort später erwartet.

Wir sind leider nicht die einzige Walking Tour und so trifft man immer wieder auf weitere nach Löwen, anderen Raubkatzen oder den Wildhunden Ausschau haltende Grüppchen. Richard tauscht sich mit den anderen Guides aus und versucht die Wasserbüffel ausfindig zu machen, denn in der Nähe der Wasserbüffel vermutet er auch die Löwen. Die jungen Wasserbüffel sind nämlich ein beliebtes Ziel der Löwen, was sich auch später auf unserer Reise noch bestätigt.

Diesmal finden wir zwar die Büffel, aber die Löwen verstecken sich zu gut.

Ein Höhepunkt ist zuletzt noch im wahrsten Sinne des Wortes der für Mana Pools berühmte auf den Hinterbeinen stehende Elefant.

Auf der weiteren Strecke vom NP in Richtung Harare gibt es immer wieder Tollstationen, an denen man 2$ zahlen muss, um die Straße zu benutzen. Diese Information hatte unser Reiseführer noch nicht.

Auf den Straßen unterwegs

Dabei ist das Fahren auf dieser Strecke kein Spaß. Es ist sehr kurvig, die Straße nicht im besten Zustand und es ist viel Verkehr. Neben vielen kaum noch verkehrstauglichen Autos, sind unendlich viele Minibusse, Busse und LKWs unterwegs. Die Minibusse sind immer total überfüllt, die großen und kleinen Busse oft abenteuerlich beladen.

Harare, die Hauptstadt Zimbabwes, ist wie jede afrikanische Großstadt laut, bunt und quirlig. Durch diese Millionenstadt zu Fahren ist auch eine Herausforderung. Auf zweispurigen Straßen wird fünfspurig gefahren, dazu viele Fußgänger, Fahrradfahrer, Karren …

Nachdem wir die Stadt hinter uns gebracht haben, landen wir in Marondera. Da es die Campsite im kleinen Bushcamp nicht mehr gibt, weichen wir auf die Malwatte Lodge aus.

Malwatte Farm Lodge ist wie ein Zeitsprung

Diese ehemalige Farm hat nicht nur kolonialen Flair, man fühlt sich geradezu in die Zeit hineinversetzt. Die alte Farm ist mit dem zentralgelegenen Haupthaus, den Wirtschaftsgebäuden und den Stallungen in eine Lodge umfunktioniert worden. Der uns herumführende Schwarzafrikaner Chapter zeigt uns stolz jedes freie Zimmer, die in allen Teilen der Farm sehr unterschiedlich und höchst individuell aufgemacht sind. Wir entscheiden uns für das erste Rondavel.

Später an der gemütlichen Bar begrüßt uns der Boss herzlich und lädt uns auf die erste Runde ein. Es entwickelt sich ein interessantes Gespräch um die Situation in Zimbabwe. Chapter serviert uns später höchst exklusiv das leckere Essen und erinnert uns mit seiner Stimme – nicht mit seiner freundlichen Art – an Stephen aus Django Unchained. Später ist die Bar sehr belebt mit den vielen Einheimischen, die sicherlich neben einem Drink auch noch einige Deals abschließen.

Inzwischen ist es draußen empfindlich kalt und windig geworden und wir sind froh, dass wir feste Wände um uns herum haben.

Am nächsten Morgen ist es nicht nur saukalt, sondern auch total neblig. Zudem ist der Strom ausgefallen. Statt fließendem Wasser werden uns große Eimern gebracht und beim liebevoll zubereiteten Frühstück müssen wir auf Toast verzichten.

Das passt eigentlich so richtig in diesen Zeitsprung.

05.10.2018: Chimanimani – Campsite Bridals Veil

Die weitere Fahrt in Richtung der Eastern Highlands verläuft bei schattigen Temperaturen im dichten Nebel. Wenn gestern das Fahren schon kein Spaß war – heute ist es eher ein Abenteuer. Man sieht kaum 20 Meter, da ist an Überholen der langsamen LKWs nicht zu denken.

So bietet sich auch die viel gepriesene Stadt Mutare nicht so leuchtend und bunt in ihrer Blumenpracht dar, wie sie uns beschrieben worden ist.

Aber bei Ankunft in Chimanimani – einem kleinen Bergdorf ganz im Osten Zimbabwes – hat es etwas aufgeklart. Im Wildlife Office in der Stadt müssen wir uns für den NP registrieren und die Gebühren bezahlen. Wir wählen für die erste Nacht die Campsite am Bridals Veil. Diese trägt den Namen, weil dort ein Wasserfall ca. 50 Meter tief wild romantisch herabstürzt.

Im jetzt sehr schönen Nachmittagslicht steigen wir zu seinem Ursprung hinauf und wandern noch ein wenig weiter in den NP hinein. Nachdem das Rauschen des Wasserfalls verklungen ist, herrscht himmlische Ruhe und wir haben einen tollen Blick auf die Highlands um uns herum. Wie anders ist die Landschaft hier als im Westen. Bis 2800m hohe Berge, alles ist grün und blüht. Fast eine idyllische Alpenlandschaft, wenn nicht die im Hinterkopf lauernden Gefahren wären. Denn auch hier gibt es Leoparden, Luchse und natürlich auch giftige Schlangen.

Am Abend vor dem Zelt rücken wir nahe ans Feuer und ziehen alles an, was unser Koffer so hergibt. Später sind wir froh, dass wir dicke Schlafsäcke dabeihaben.

06.10.2018: Chimanimani – Campsite Muteskeswane Basis Camp

Brrr, ist das kalt im Zelt. Sobald man die Nasenspitze aus dem Schlafsack steckt, friert sie einem fast ein. Schnell schlüpfe ich aus dem Zelt und koche uns eine Tasse Kaffee, die wir mal ausnahmsweise noch im Zelt genießen – was für ein Luxus.

Heute ist der Himmel wieder wolkenlos. Das ist gut, denn wir wollen eine größere Wanderung in den Eastern Highlands unternehmen. Am Wildhüter Office des Camps Muteskeswane werden wir herzlich willkommen geheißen und überschwänglich begrüßt. Der Ranger erkundigt sich, was wir vorhaben und wann wir wiederkommen werden. Denn dann will er uns das Feuer und die Duschen vorbereitet haben!

Die Wanderung zum Chimanimani Hut führt direkt steil hinauf. Es ist tatsächlich bald eher ein klettern als wandern. Nachdem wir die erste Felskante der … hohen Berge erreicht haben, haben wir einen herrlichen Blick zurück über die weite Landschaft der Highlands. Danach geht das Gelände in ein schönes, grünes Tal mit weiten blühenden Wiesen über dazwischen immer wieder die hier tpischen kantigen Feldformationen.  Sehr idyllisch – man kann fast vergessen, dass hier auch Leoparden lauern. 

07.10.2018: Lake Mutirikwi / Kyle  – Norma Jeane`s Lakeview Resort

Bis zum Lake Mutirikwi und Norma Jeane’s Lakeview Resort – unserem heutigen Ziel – ist es nicht weit. Wir wählen die Scenic Route, die ihren Namen wirklich verdient und über malerische Felsformationen und durch kleine Siedlungen zum See führt.

Nicht nur Breakfirst very britisch

Das ehemalige Landhaus war der Wohnsitz des Schotten McDougalls, der mit dem Bau des Stausees seinen Traum verwirklicht hat indem und damit seine Zuckerrohr Plantage bewässert hat. Die Lodge hat das koloniale Flair behalten und wartet im Restaurant, dem Salon und Kaminzimmer mit britischer Eleganz der Jahrhundertwende auf. Schön ist, dass auch die zugehörige Camp Site sehr komfortabel ist. Beim Drink auf der schönen Terrasse genießen wir diese Atmosphäre.

Am nächsten Morgen wechselt Andreas erstmal einen unserer Reifen, einer der spitzen Dornen hat sich wohl doch durchgebohrt.

Danach haben wir uns unser Frühstück, auf der eleganten Terrasse der Lodge mit Blick in den wundervollen Garten, redlich verdient. Frühstück wird in allen Lodges in Zimbabwe stets sehr britisch serviert. Zu Toast und Orangenmarmelade gibt es Eier, Speck und Würstchen oft sogar die typischen Bohnen dazu.

Auf der Campsite treffen wir noch andere Deutsche: Lisette mit ihrer Familie. Lisette arbeitet in der Botschaft in Pretoria und nutzt ihre drei Jahre dort, um auch andere Länder Afrikas kennen zulernen. Sie kommen gerade von Vic Falls über Hwange und dem Matopos NP und wollen in Richtung Chimanimani. Genau anders herum als unser Routenverlauf. Also tauschen wir unsere Erlebnisse und Empfehlungen miteinander aus.

08.10.2018: Matopos NP – Malema Dam Campsite

Die Ruinen von Great Zimbabwe

Heute stehen nicht nur bei uns, sondern auch bei einigen Schulklassen die Ruinen von Great Zimbabwe auf dem Programm. Bei unserem Rundgang treffen wir immer wieder auf eifrig ihren Lehrern zuhörenden Schüler. Wir scheinen aber auch interessant zu sein, denn eine Gruppe Schülerinnen, die uns interessiert beäugen, fragt direkt nach einem Selfie mit mir.

Die Geschichte der Ruinen, die schon 100 n.Chr. beginnt und größtenteils im 11. Jahrhundert fortgeführt wird, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Es ist ein beeindruckendes Bauwerk, das Zeugnis einer weitentwickelten Kultur ablegt.

Kurz vor dem NP Matopos liegt Bulawayo, Zimbabwes zweigrößte Stadt. Ebenso quirlig wie Harare, aber das Stadtbild ist wesentlich schöner. Wir fahren vorbei an Parkanlagen, schönen Villen und begrünten Straßen.

Kein Sprit in Zimbabwe

Wir sind inzwischen doch etwas besorgt wegen der Dieselsituation. Nach der versteckten Tankstelle in Binga, der geschlossenen Tankstelle in Makuti, wird es immer schwieriger Diesel zu bekommen. In Karoi haben die ersten Tankstellen, die wir anfahren alle kein Diesel. Endlich entdecken wir auf einem Hof bei einer Zapfsäule einige Kleinlaster, was bedeutet, dass dort Diesel verkauft werden muss. Aber die Einfahrt ist blockiert. Daraufhin steigt Andreas aus und versucht dort sein Glück. Nach einer längeren Verhandlung mit dem Inhaber der Werkstatt dürfen wir einfahren und bekommen natürlich nur gegen Cash einen vollen Tank.

In Marondera haben wir beim dritten Anlauf Glück, wir werden um die Ecke auf den Hof zu einer versteckten Dieselzapfsäule geschickt. Der Andrang dort ist riesig groß und es hat sich schon eine lange Schlange gebildet aus Trucks, Pick Ups und vielen, die ihre Kanister auffüllen wollen.  Aber die
freundlichen Truckfahrer lassen uns vor und wir kommen relativ zügig dran.

In Maswingo nehmen wir einfach die erste noch außerhalb gelegene Tankstelle, bei der schon zwei weitere Dieselfahrzeuge stehen. Die weißen Farmer, die unseren Tankvorgang allerdings kritisch beäugen, sind uns nicht sehr sympathisch. Gaben uns aber den Hinweis, dass wir alles an Sprit mitnehmen sollten, was wir kriegen können – als wenn wir das nicht schon selbst gewusst hätten.

Die weitere Route machen wir deshalb von der Spritsituation in Bulawayo abhängig. Bei der Durchfahrt durch die 1,3 Mio Einwohner zählende Stadt, finden wir zwar jede Menge Tankstellen, aber die meisten haben entweder gar keinen Sprit, keinen Diesel oder es stehen lange Schlangen davor. Kurz vorm Ortsausgang fahren wir noch einmal eine an und bekommen auch eine positive Antwort , aber leider ist der Chef nicht da, der entscheiden kann, ob und wie viel Diesel wir bekommen.

Mutig beschließen wir erst in den Matopos NP zu fahren und auf dem Rückweg unser Glück noch einmal zu versuchen.

Und tatsächlich ist uns das Glück hold. Nachdem wir zunächst an endlosen Schlangen vorbeigefahren sind, in denen allerdings viele kleine, kein Diesel brauchende Autos stehen, fragt Andreas nach und wird zur Tankstelle gegenüber geschickt. Es braucht allerdings wieder endlose Diskussionen und Verhandlungen und die Bereitschaft, alles in Dollar Cash zu bezahlen, bis der Chef uns dann tatsächlich das Auto randvoll tankt. Als ich ihm mein freundlichstes Lächeln zeige, meint er achselzuckend: Das ist Zimbabwe!

Dank Andreas umsichtiger, spritsparender Fahrweise, nehmen wir später dann sogar unsere Reservekanister voll wieder mit nach Botswana.

Matopos ist bekannt für seine wunderschöne Landschaft und besondere Felsformationen: Felsblöcke, die wie aufgestapelt übereinander liegen. Diese traumhafte Kulisse hat auch Cecil Rhodes geschätzt und ist dort am höchsten Punkt, dem unvergleichlichen Worls’s View begraben.

Leider ist der NP aber sehr vernachlässigt, insbesondere die Campsite ist ziemlich vermüllt, was sehr schade ist, denn sie ist am Malema Dam zwischen zwei Felswänden gelegen. Allerdings sind wir allein mit einer Horde von Pavianen.

09.10.2018: Matopos NP – Mezilume Dam Campsite

Unsere heutige Erkundungsfahrt führt in den abgegrenzten Whovi Game Park, dieser ist umzäunt, da dort die wenigen Nashörner geschützt werden.

Wenn der Wald brennt

Bei unseren Fahrten durch den Park, sehen wir allerdings zunächst, wie auch schon mal vor Chizararia, dass es hier kürzlich gebrannt haben muss. Bald stoßen wir auch auf noch schwelende Brände und qualmende Baumstämme. Dadurch ist auch nicht viel Wild auszumachen. Auch beim ersten Ausguck blicken wir nur auf verbrannte Erde. Oft fressen sich die Flammen unten durch die Baumstämme und lassen diese umstürzen, was wir das ein oder andere Mal durch versperrte Wege erleben können.

Es kommt in Afrika immer wieder zu Bränden.  Meistens durch Blitzeinschläge bei Gewittern. Die Hitze und der Wind lassen diese Brände oft über weiter Flächen ziehen, für viele Tiere, die nicht fliehen können eine Katastrophe. Wir vermuten, dass diese Brände eher durch die herumliegenden Scherben, die wie Brennglas wirken, entstanden sind.

So freuen wir uns über jeden Klippspringer und jedes Böckchen, denn die großen Tiere vor allem die gesuchten Nashörner sind wohl gut versteckt in dem weitläufigen Gelände mit viel Gebüsch und vielen Senken.

In Matopos finden wir dafür ein weiteres  erstaunliches Zeugnis aus der Vergangenheit. An mehr als 3000 Stellen in diesem Gebiet wurden noch erstaunlich gut erhaltene Felsmalereien gefunden.

Die Campsite am Mezilume Dam ist auch nicht besser versorgt als die vorherige. Zudem sind die Stellplätze eher für Bodenzelte als für große Landcruiser ausgelegt, aber Andreas manövriert das Auto gekonnt in die optimale Position, mit Blick zum Wasser und geschützt gegen den Wind.

Die Campsite ist hier zumindest sauber und der Blick auf den Dam ist auch wunderschön.

10.10.2018: Matopos NP – Malema Campsite

Heute Morgen sind wir so früh am Gate zum Whovi Park, dass wir die nette Rangerin noch auf der Straße auf dem Weg zum Tor aufsammeln. Auf unsere Frage, wo wir am besten die Rhinos finden, empfiehlt sie uns die Ranger bei Lushongwe zu fragen.

Ranger in Matopos

Bei unserer Fahrt treffen wir zunächst auf zwei Ranger am Ende einer grasbewachsenen Sackgasse. Die Ranger sind an verschiedenen Stellen im Park positioniert, um die Nashörner vor den Wilderern zu schützen, da man sich den dringend notwendigen Elektrozaun nicht leisten kann. Für sieben Tage haben sie ein Fass Frischwasser und Proviant. Als wir sie auch nach den Nashörnern fragen, geben sie uns den gleichen Rat wie die Rangerin am Tor und schicken uns nach Lushongwe. Da ihnen ihr Mealie-Meal (Maismehl) ausgegangen ist, bitten sie uns den anderen Rangern auszurichten, dass ihnen welches geschickt wird. Sie haben also noch nicht einmal Funk, um sich zu verständigen.

Also machen wir uns auf die Suche nach den Rangern bei Lushongwe, die wir auch tatsächlich ausfindig machen können. Ein junger Bursche in FlipFlops springt uns entgegen. Nachdem wir die Bitte und die Empfehlung ihrer Kollegen ausgerichtet haben, fragt er uns, ob wir die Rhinos sehen wollen?! So eine Frage, natürlich wollen wir das! Er geht sich schnell Stiefel anziehen und seine Waffe holen – ein deutsches G3, wie er uns stolz berichtet – dann stratzt er zügig mit uns ins Dickicht. Nach hundert Metern zeigt er ins Gebüsch. Tatsächlich nach genauem Hinsehen entdecken wir zwei der Dickhäuter, ca. 50 Meter entfernt. Was für ein Erlebnis.

Herzlich bedanken wir uns bei ihm und ebenso schnell wie die Nashörner ist er daraufhin wieder auf seinem Beobachtungsposten verschwunden.

Glücklich fahren wir aus dem Park und wer sagt es, jetzt steht noch eine ganze Nashornfamilie wie auf dem Präsentierteller auf einer flachen Pläne. So können wir unserer freundlichen Rangerin bestätigen, dass wir happy sind, das macht sie auch happy.

Den Abend verbringen wir wieder am Malema Dam, weil die Capsite logistisch besser gelegen ist. Diesmal in Gesellschaft von einer Gruppe aus Holland, die mit vier Kleinkindern unterwegs sind.

11.10.2018: Hwange NP – Ivory Lodge Tuckers Campsite

Die Fahrt in den Hwange NP ist eher eintönig. Kaum bunte Dörfer oder belebte Kreuzungen. Nur eine Tollstation und mehrere Polizeikontrollen.

Polizeikontrollen

Wir haben vorher viel über die Polizeikontrollen gelesen, die es nach wie vor auf Zimbabwes Straßen geben soll. Nach dem Machtwechsel wurden die korrupten Polizisten allerdings als erstes abgeschafft. Wir sind dennoch vielen Polizeikontrollen begegnet, aber bei keiner mussten wir auch nur anhalten. Wir wurden immer sehr freundlich durchgewunken. Manchmal sogar an der Schlange vorbei. Wir hatten das Gefühl, dass wir als Touristen bevorzugt behandelt wurden. Aber auch die Polizisten, die wir in den Ortschaften getroffen haben, waren stets freundlich und hilfsbereit.

Wir steuern heute, die von Lisette empfohlene Ivery Lodge an, zu der auch Tuckers Campsite gehört. Sie hat nicht zu viel versprochen, die Campsite ist zwar klein, aber toll gelegen und bietet jeden Luxus. So gibt es neben Strom auch einen Kühlschrank und sehr geschmackvoll installierte Duschen, die wir sogleich ausgiebig nutzen. Zudem hat man von einem Hochstand einen super Blick auf das Lodge eigene Wasserloch.

Um den Luxus komplett zu machen, gönnen wir uns auch Dinner in der Lodge, das mit allen Lodgegästen gemeinsam an einer großen stilvoll gedeckten Tafel serviert wird.

Bevor die anderen Lodgegäste eintreffen, lädt uns der Manager ein, vom privaten Hide die am Wasserloch plantschende Elefantenherde zu beobachten. Sie werden mit Salz angelockt und stehen zum Anfassen nahe vor dem Ausguck, dass man sie schlürfen und schmatzen hören kann.

12.10.2018: Hwange NP – Campsite Kennedy I

An einer großen Elefantenherde vorbei fahren wir zum Main Camp Gate von Hwange (gesprochen Wankie), dem größten NP Zimbabwes. Wir sind gespannt, ob wir eine der privaten Campsites buchen können. Das Verfahren ist wieder typisch afrikansich. Nach längeren Warten, einigen Telefonaten und langen Diskussionen der Rangerin, winkt sie uns zu sich und meint: You are luck,y you can camp two nights at Kennedy I someone canceled. – Super, das ist genau die, auf die wir spekuliert hatten!

Die Landschaft ist hier ganz anders als in Matopos, viel flacher und sehr sandig. Es sind auch hier viele Tiere, vor allem Zebras und Gnus sieht man hier mehr als bisher. Fast an jedem Wasserloch ist etwas los – und wenn nicht, muss man halt Geduld haben und ein wenig warten, dann kommen oft wie aus dem nichts Herden von Zebras, Gnus oder sogar Elefanten zum Trinken.

Beim Wasserloch Kennedy II sind die Unmengen an Elefanten schon da als wir uns nähern, aber es kommen noch immer von allen Seiten Gruppen angerannt, die schnurstracks auf das Wasser zusteuern. Es ist unglaublich wie leise sich die meisten Tiere annähern, eine Ausnahme bilden da eigentlich nur die Büffel, wie wir auch noch feststellen können.

Am Abend sind wir ganz allein auf unserer private Campsite. Sie ist wirklich klasse, sauber, blank gefegt und nicht nur liebevoll bepflanzt, sondern auch mit gruseligen Fundstücken dekoriert.

Der nette Caretaker Esra empfängt uns super freundlich und schürt später das Feuer und sorgt für heißes Wasser in der Dusche.

Nach dem Essen genießen wir den afrikanischen Sternenhimmel und lauschen den Elefanten, die direkt hinter dem Zaun entlanglaufen.

13.10.2018: Hwange NP – Campsite Kennedy I

Sieben Löwen – einmal um den Termintenhügel

Löwen schlafen viel, das haben wir schon oft gelesen. Heute erleben wir wie träge diese großen Raubkatzen tatsächlich sind. Schon recht früh am Morgen entdecken wir nach der Beschreibung eines uns entgegenkommenden Safarifahrzeugs (erst rechts, dann in den no entry Weg, am Elefantenschädel wieder rechts und dann am Busch vorbei…)   sieben schlafende Löwen im Schatten am Fuß eines Termitenhügels. Zwei Männchen und fünf Löwinnen heben nur ab und zu die Köpfe, um sich die Pfoten zu lecken oder zu Gähnen. Nach ausgiebiger Beobachtung führen wir unsere Pirschfahrt fort.

Vorm Lunch schauen wir wieder vorbei und können beobachten wie eine Löwin nach der anderen sich gemäß dem wandernden Schatten weiter um den Termiten Hügel positioniert. Nach unserem Lunch traben auch die beiden Männchen gemächlich zu ihren Gefährtinnen. Später liegen dann alle sieben auf der anderen Seite des Termitenhügels! Das ist ein Leben, 20 Stunden schlafen!

14.10.2018: Hwange NP –  Campsite Sinamatella

Beim Lunch auf der Picknicksite der Shumba Pans haben wir schon unsere Stühle aufgebaut als von hinten eine riesige Herde Wasserbüffel angerast kommt. Die müssen wir uns natürlich erst noch anschauen. Was für ein Gedränge am Wasserloch. Immer mehr Tiere schieben sich hinten nach, ganz zum Schluss kommen die Jungtiere, die geschmeidig durch die Menge schlüpfen.

Große Büffelherden sind leicht auszumachen, andere Tiere, vor allem während der Fahrt zu erspähen, ist schon schwieriger. Jeder Ast sieht aus wie ein paar Ohren, die Termitenhügel ähneln liegenden Tierkörpern und die hier wieder vorkommenden Felsen könnten auch versteinerte Elefanten sein.

So ist es schon ein verdammt großes Glück, dass wir den Geparden entdecken. Er hat sich im richtigen Moment bewegt und ich habe im richtigen Moment den richtigen Baumstamm abgesucht. Wir haben viel Geduld bei der Beobachtung dieser seltenen Raubkatze, die sich auszahlt als sie gestört von einer Scharr Perlhühner (!) aufsteht und vor uns über den Weg läuft, um sich ein ruhigeres Schattenplätzchen zu suchen.

Gottfried kommt aus Binga und arbeitet schon seit 13 Jahren als Caretaker auf Sinamatella dem zweiten Camp in Hwange. Er möchte gerne Ranger werden. Dafür lernt er gerade. Dazu gehören Kenntnisse zu den Tieren, Vögeln, den Sternbildern und auch Bäumen und Pflanzen. Sein Kommentar dazu: Die Bäume zu lernen ist nicht so schwierig, die fliegen nicht weg, sondern stehen die ganze Zeit da und man kann sie genau betrachten.

Das nötige Equipment für den Job muss er selber aufbringen. Dazu gehören ein Gewehr, Stiefel, ein Kompass sowie ein Leathermans und ein Fernglas. Mit Stiefeln oder einem Gewehr können wir nicht dienen, aber wir schenken ihm als Starthilfe unser kleines Fernglas und unser Mehrzweckmesser.

15.10.2018: Hwange NP – Campsite Robins Camp

Das Glück ist uns auch weiterhin hold als wir am nächsten Tag von Sinamatella zu unserer letzten Station im Hwange NP und auch in Simbabwe aufbrechen.

Gleich in der früh begegnen wir zwei Safariwagen, die uns von einer Leopardensichtung berichten. DAs spornt uns an und tatsächlich finden wir nach langem geduldigen Suchen den Leoparden in den gegenüberliegenden Hügeln. 

Die Landschaft verändert sich wieder je weiter wir Robins Camp am Nordwestlichen Ende des Hwange NP kommen. Robins Camp laut unserem Reiseführer das vernachlässigste der drei Camps ist jetzt in privater Hand und die Lodge wird gerade total neu renoviert.

Wir erfrischen uns dort an der schön gestalteten Hyena Bar und gehen dann auf Löwenjagd, nachdem einer der Ranger uns von einem Löwenkill nahe eines Wasserlochs erzählt hat.

Wir werden nach längerem Suchen tatsächlich fündig. Die sieben Löwinnen und ein Junges bewachen ihren Büffelkill vor den schon wartenden Geiern und auch uns beäugen sie in unserem Hide sehr skeptisch.

Wir genießen unseren letzten Abend und gehen zu einem Absacker noch einmal an die rustikale Hyanna Bar, wo wir einen interessanten Schwatz mit den dort arbeitenden Leuten haben. Die froh sind dass das die Lodge wieder zum Leben erwacht, dennoch aber neugierig sind wie wohl ein Leben bei uns in Deutschland aussieht.

16.10.2018: Kasane Chobe River Lodge

Abschied

Der kleine Grenzübergang in Pandamatenga ist noch ganz verschlafen als wir dort früh am Morgen ankommen. Im Grenbüro ist noch niemand, erst nach einigem Warten, kommt ein offizieller, der unsere Pässe abstempelt und die Fahrzeugpapiere kontrolliert.  So kommen wir recht zügig aus Simbabwe raus und auch die Einreise nach Botswana ist problemlos – zumal wir keine Vorräte mehr mit uns führen die bei der Gesundheitskontrolle gegen die Maul- und Klauenseuche gleich konfisziert würden. Nur unsere Schuhe müssen wir alle einzeln in das Desinfektionsbad tauchen.

An der Chobe River Lodge angekommen fühlen wir uns fast heimisch, denn Kasane besuchen wir jetzt zum sechsten Mal. Da wir noch viel Zeit haben buchen wir eine Bootsfahrt, um den letzten Tag damit ausklingen zu lassen.

So endet unsere Reise durch Simbabwe mit vielen neuen Eindrücken, netten Bekanntschaften, spannenden und interessanten Erlebnissen.