Mit den Bären durch Alaska 18.08.2014 – 30.08.2014

Montag 18.08.2014 – Am größten Wasserflughafen der Welt

Strahlend blauer Himmel über Issaquah. Nach einer schnellen Dusche genießen wir noch die sonnige Terrasse der Michels.

Sandra ist schon fleißig in ihrem Büro, aber gegen 9.00 Uhr sind alle am Frühstückstisch versammelt. Alle sind in Aufbruchsstimmung, denn wir starten heute unseren Trip nach Alaska und die Michels fliegen am Abend in ihren wohlverdienten Urlaub in die Dom. Rep. Adrian bringt uns zum Flughafen und zunächst pünktlich geht es los. Dann dreht der Pilot allerdings doch noch eine Ehrenrunde über den Flughafen, bevor er endgültig abhebt. So landen wir gut drei Stunden später, aber nur zwei Stunden auf der Uhr weiter in Anchorage.

Ein „sehr vertrauenserweckendes“ Taxi bringt uns zum  Lake Hood Inn – direkt am größten Wasserflughafen der Welt gelegen. Sehr süß, Bill der Besitzer ist nicht da, aber hat uns einen Brief mit den Instruktionen hinterlassen und so ziehen wir schnell ein ins Zimmer Delta (die andren drei heißen Alpha, Bravo, Charlie).

 

Die Wolken haben sich über Anchorage auch verzogen und wir wollen bei strahlend blauen Himmel Anchorage, die größte Stadt Alaskas erkunden. Bis Downtown Anchorage sind es zu Fuß doch fast zwei Stunden, aber Andreas hält Gottseidank bald ein Taxi an. Anchorage bietet nicht viel, aber zumindest eine gemütliche Brauerei, die eine herrliche Terrasse mit wunderbarem Blick auf das Wasser  hat. Dort genießen wir nicht nur unseren ersten Drink sondern auch später nach einem schönen, aber wenig aufregenden Rundgang durch Anchorage unser Dinner.

 

Den Sundowner nehmen wir auf dem Balkon des urigen Inns, da dies auch erst spät gegen 21.40 Uhr erfolgt und auch um 23.00 Uhr als wir dann doch mal schlafen gehen, ist es noch nicht ganz dunkel.

Dienstag 19.08.2014 – Flugzeug Hopping

Die startenden Wasserflugzeuge wecken uns noch vor dem Wecker. Heute werden wir selber in einem fliegen! Wieder ist der Himmel strahlend blau und gutgelaunt gönnen wir uns den ersten Kaffee noch im Bett. Nach einer Dusche (man weiß ja nicht, was einen in dem Camp im  Katmai NP  erwartet) packt Jutta zusammen und Andreas ordert ein Taxi. Als dies aber nicht kommen will, fragen wir die nette Frau im Inn, ob sie uns eins rufen kann. Kurzerhand bietet sie uns an und uns eben hinzufahren. Also Gepäck hinten auf den Pickup und los geht’s. Bei PenAir werden wir und unser Gepäck gründlich gewogen. In der kleinen Saab340 werden wir von einer sehr enthusiastischen, gut gelaunten Stewardess bestens unterhalten. Der Flug über die Gletscher ist fantastisch und die Zeit vergeht wie im Flug (hähä….) Der Flughafen von King Salmon ist schon fast malerisch. Wir werden in Empfang genommen und sobald das Gepäck da ist, fahren wir zum Seaplane access. Jetzt wird noch einmal alles einzeln auf die Waage gestellt. Unzählige Fliegen nerven uns während wir darauf warten, dass die Lebensmittel und das Gepäck von allen verstaut werden. Dann darf Jutta neben dem Piloten Platz nehmen und den Flug mit extra toller Aussicht erleben. Einfach grandios.

   

Angekommen in Brooks Lodge müssen wir zuerst in die „Bear school“, in der uns das richtige Verhalten gegenüber Bären erklärt wird. Nachdem wir dann unsere Koffer und unserem Hüttchen verstaut haben, können wir endlich auf Bärenjagd gehen.

Aber zunächst bewundern wir nur die malerische Landschaft rings um uns herum und bestaunen die riesigen Unmengen von roten Lachsen. Das Brooks Camp  besteht aus einer kleinen Ansiedlung von Hütten, einer Dining Area mit einem großem Offenen Kamin, einer Beobachtungsplattform am anderen Ende einer Brücke über den Brooks River und einer weiter oben an einem toll gelegenen Wasserfall. Überall im Fluss stehen die Angler und üben sich im „Fly fishing“.

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Am Wasserfall bestaunen wir die Versuche der Lachse, aufwärts zu springen und weiter oben am Brooks Lake schauen wir ihren unermüdlichen Sprüngen weiter zu. Auf dem Trail dorthin entdecken wir auch die ersten Bärentatzen, aber den Bären, den die Rangerin kurz vorher gesehen hat (sie springt erschrocken auf als wir uns ihr nähern und meint „ I just want to go inside, I thought the bear is coming back“ ), lässt sich leider nicht blicken.

 

So beenden wir unseren Spaziergang und wollen uns gerade aufmachen in Richtung Camp als ein Wanderer uns entgegen kommt mit der Begrüßung am Strand ist ein Bär! Und tatsächlich am Strand erhaschen wir unseren ersten Blick auf einen der großen Braunbären. Seelenruhig schwimmt er unseren Blicken davon.

So befriedigt genießen wir in netter Gesellschaft (mit Robert aus Anchorage und Tim ein Hubschrauber Pilot und Webcam Installateur aus San Diego) unser leckeres Dinner. Zum Dessert gibt es nicht nur den besten „chocolate cheesecake ever” sondern auch noch den Bären im Abendlicht!

Mittwoch 20.08.2014  – Von Bären und Beeren

Tief hängender Nebel lässt es früh morgens gegen 6.00 Uhr kalt und trüb aussehen. Deshalb wärmen wir uns bei einem guten Frühstück erstmal auf.

Auf dem Weg zur Aussichtsplattform gibt uns die Rangerin zu verstehen, dass neben der Brücke, die in das Camp führt, ein Bär schwimmt. Die Brücke wird, wenn die Bären zu nah sind, geschlossen, aber eine zweite Rangerin, die wohl verschlafen hat, kommt außer Atem angerannt und nimmt uns mit über die Brücke. Sie japst, dass sich ein zweiter Bär von der anderen Seite nähert. Super gleich zwei Bären auf einmal – das ist ein toller Morgen!

So wirklich mögen sich die beiden Bären nicht. Der größere dunklere vertreibt den kleinen, blonden, der sich langsam ins Gebüsch trollt. Da uns langsam kalt wird, marschieren wir zum Brooks Lake. Dort ist das Wasser heute aufgewühlt und man kann den Horizont nicht erkennen, dort wo wir gestern noch in der Abendsonne gesessen haben. Also machen wir uns  – mit den Gedanken schon bei einem heißen Kaffee – auf zurück zum Camp. Mittenhinein in Andreas Erzählung sagt Jutta „Dort, sitzt übrigens der Bär!“ – ruhig wie in der Bärenschule gelernt. Und tatsächlich keine 10 m entfernt hockt der kleine Bär und fühlt sich durch uns aber gestört. Wir schaffen es dann doch, die Kamera zu zücken und erwischen ihn noch von hinten.

Das war aufregend. Jetzt haben wir beim Kaffee etwas zu erzählen. Nach der Pause brechen wir auf zum Dumpling Mountain. Oben auf der Kuppe hat Tim (siehe gestern) eine Webcam stehen.  Schon bald wandern wir in der Sonne und es wird richtig schön warm. Der Weg zieht sich bergauf erst durch Wald mit Preiselbeeren, dann durch Buschwerk und schließlich durch unterschiedlichstes Moos, weich und federnd mit unzähligen Blau- und Moosbeeren durchsetzt.

Die Blicke hinab lohnen den Aufstieg. Der schmale Pfad endet noch bevor wir die Webcam entdecken, aber jetzt wollen wir sie auch finden. Also streunen wir durch die Sträucher weiter bergauf bis zu Tims gigantischer Installation. Jetzt ist es schon richtig warm und bei einer Trinkpause beim Abstieg entdeckt Jutta sogar einen Bären mit Fernglas unten im Flusslauf.

 

Der Trail hat sich definitiv gelohnt und nach einer schnellen, erfrischenden Dusche und einem Bier auf der sonnigen Terrasse des Camps, haben wir auf der Plattform wieder Glück mit unserem kleinen blonden Bären.

 

Später gibt es lecker Fisch, Steak und Salat und weil wir noch nicht genug von Bären haben, laufen wir noch einmal zum See. Dort folgen wir den Bärenspuren bis ins Wasser und waten barfuß in dem eiskalten Wasser und hoffen, nicht von dem Bären überrascht zu werden, den wir vor ein paar Stunden noch genau dort gesehen haben.

Jetzt freuen wir uns auf ein Absacker-Bier am Kamin und rennen fast hinein in den nächsten Bären, der am Strand lang tapert.

Müde und bärenglücklich beschließen wir den Tag am offenen Kamin.

Donnerstag 21.08.2014 – Catch of the Day

Noch vor dem Frühstück auf die Plattform, den der strahlend blaue Himmel lockt. Der blonde Bär fischt schon die erste Runde im Fluss. Nach dem Frühstück lassen wir uns  Zeit, denn bis zum Nachmittag haben wir nichts Besonderes vor. Also spazieren wir mit noch einem Pärchen aus der Schweiz (mit Kuhglocken behangen) und einem Paar aus Stuttgart in Richtung See. Da wir noch ein paar Aufnahmen auf dem Weg machen begrüßen die vier und am See schon aufgeregt: „ Ein Bär gleich da drüben“. Andreas geht erst noch drei Schritte in die gewiesenen Richtung, aber dann schnell wieder fünf zurück. Der bisher größte gesichtete Braunbär schaut ihn an. Dicht an uns vorbei trabt er den Strand entlang. Was für ein Koloss, schon dick gefressen für den Winter.

Vor dem ersten Fliegenfischen holen wir und noch einen Kaffee, dann weist Zack uns ein: Erst in die Warders inkl. Füsslinge, dann in die dicken Schuhe zum Schluss werden die Angeln geschnappt. So ausgerüstet geht es am Fluss durch dichtes Buschwerk Flussaufwärts. Kurz vor dem Wasserfall waten wir dann in den Fluss, der ganz schön Strömung hat.

  

Dort erklärt Zack uns die Technik des Werfens. Andreas erweist sich als gelehriger Schüler und hat schon bald Glück und den ersten Lachs an der Angel. Er holt sieben Fische aus dem Fluss! Aber dann hat auch Jutta endlich Glück, nachdem Zack sehr geduldig immer wieder den Köder wechselt und neue Erklärungsversuche startet. Ein toller, erfolgreicher Tag.

Nach dem Dinner vertreten wir uns noch die Beine am See. Auf dem Rückweg entdecken wir gleich wieder einen Bären von der Plattform aus und ein zweiter schwimmt von der anderen Seite heran. Jetzt haben wir heute genug von den Bären und hocken uns gemütlich vor den knisternden Kamin.

Freitag 22.08.2014 – Ich habe noch einen Koffer in King Salmon

Das Wetter ist wieder grandios – und schon vor dem Frühstück treffen wir die ersten Bären beim Fischen am Strand und in der Flussmündung.

So starten wir gestärkt nach dem Frühstück nachdem wir unsere Sachen gepackt haben noch einmal zum Brookslake. Und wieder haben wir Glück, nachdem wir zuerst versuchen dem ersten Seeadler näher zu kommen und ihn aufs Bild zu bannen,  kommt von hinten ein Bär in den kleinen Wasserfall gesprungen. Er planscht ausgelassen mit den Lachsen herum.

   

Ein toller Abschied von Katmai.

Pünktlich um 13 Uhr startet unser Wasserflugzeug nach King Salmon. Dort angekommen sind wir uns nicht ganz einig wie wir die 3/4 Stunde Wartezeit verbringen sollen.

Endlich startet dann doch noch verspätet die PenAir zurück nach Anchorage. Die Sicht auf die Gletscher ist wieder klasse. Aber bei der Verspätung sind wir in Sorge, dass wir unseren Camper nicht mehr abholen können. Deshalb sputet Jutta nach der Landung direkt zu Cruise America, während Andreas das Gepäck einsammeln will. Aber jetzt hat uns das Glück verlassen. Juttas Koffer und noch viele andere wurden nicht mitgenommen. So ein Mist, nicht nur Juttas Klamotten sondern auch Kulturbeutel und unser ganzes Reisequipment – auch im nächsten und übernächsten Flieger, denn wir nach dem Abholen des Campers und dem Einkaufen noch abwarten ist der Koffer nicht dabei!!!

Nachdem Andreas sich kurz aber heftig aufgeregt hat, erklären sie uns, dass dies in den Gepäckbedingungen steht und wir für die erste Nacht den nötigen Bedarf einkaufen können. Also noch schnell um 21.40 Uhr in einen Wallmart. Waschzeug, Adapter und ein wenig Wäsche für Jutta werden eingekauft. Also wird es doch Abenteuer – wie sonst in Afrika. Notdürftig ausgerüstet starten wir gen Norden. Nachdem es ganz dunkel geworden ist, suchen wir den ersten Platz zum Campen an einem wohl sehr beliebten Anglerplatz. Es riecht jedenfalls sehr nach Fisch. Bei uns gibt es zu der späten Stunde statt gegrillten Steaks, Brot und Cheddar Cheese.

Aber der Camper ist ganz gemütlich und so schlafen wir bald ein.

Samstag 23.08.2014 – Auf ewigem Eis

Juttas Handy Wecker ist nicht auf Alaska Zeit, deshalb werden wir um sechs geweckt. Aber auch die Angler sind schon alle da. Der erste Kaffee im Camper macht uns munter und wir brechen auf. Die gestern eingeschlagenen Route war zum Glück die Richtige, das navigieren ist gar nicht so einfach ohne Karten und Reiseführer, die alle im fehlenden Koffer sind. Gefrühstückt wird an einem wilden Fluss zwischendurch, dann geht es weiter zum Matanuska Glacier.

Wenn Bären ein Bild sind, dass man von Alaska hat, dass ist ewiges Eis bestimmt das nächste. Der sich bis ins Tal windende lebendige Matanuska Gletscher ist imposant. So etwas haben wir bisher noch nicht gesehen. Wir wagen uns warm eingemummelt in Pullover und Regenjacken bis auf die ersten Eishügel der Gletscherzunge. Tiefe Spalten beeindrucken genauso wie das strömende in den Löchern verschwindende Wasser, laut gurgelnde Wasser.

        

Nach einem Schwatz mit neben uns stehenden Seahawks Fans (Andreas hatte das richtige T-Shirt an) fahren wir weiter nach Glennallen. Die Landschaft ist super. Schnurgerade geht die Straße entlang immer mit dem Blick auf hohe – sehr hohe – Berge. In Glennallen besorgen wir noch ein paar Vorräte und tanken auf. Dann folgen wir dem Richardson Hwy. Kurz hinter Paxon biegen wir ab auf den Denali Hwy, Dort wollen wir die zweite Nacht verbringen, das hatte Jutta noch im Kopf. Aber nicht wie geplant an den Tangle Lakes (dort ist es uns zu voll – es ist Wochenende und es sind viele Camper unterwegs) sondern irgendwo am Hwy finden wir eine Stelle – beim ersten Versuch haben uns die Mücken fast aufgefressen – etwas abseits von der Schotterpiste.

 

In Glennallen haben wir auch einen Grill gekauft und so können wir bei toller Abendstimmung unser erstes gut gerilltes Steak vertilgen und dann die sich langsam herabsenkende Dämmerung genießen.

Sonntag 24.08.2014 – Unter Jägern

Es ist zwar kalt morgens im Camper, aber es regnet nicht und die Stimmung in der Tundra rechts und links vom Denali Hwy ist wunderschön. Immer wieder begegnen uns Pickups, die ein, zwei oder gleich drei Squads dabei haben. Auch die notwendigen Jagdgewehre fehlen nicht. Es scheint hier ein beliebtes Jagdgebiet für das Wochenende zu sein, was gejagt wird finden wir allerdings nicht heraus, obwohl wir während unserer Frühstückspause am Susitma River gleich drei Schüsse hören.

Der schmale Highway schlängelt sich weiter gen Westen bis er in … auf den Park Highway trifft. Eine einsame Tankstelle wird noch angefahren, dann biegen wir ab in den Denali NP.

An der Campsite Registration können wir uns nur noch für zwei Nächte in Riley Creek eintragen, der größten Campsite, die direkt hinter dem Eingang liegt. Alle anderen weiter im Park gelegenen Plätze sind leider ausgebucht oder können mit dem RV oder sogar mit einem Pkw gar nicht angefahren werden. Die Fahrstrecke im Denali ist sowieso sehr limitiert, deshalb buchen wir gleich noch die 6 Stunden Bus Tour, die um 17 Uhr am Wilderness Acess Center Center startet. Bis dahin stärken wir uns und schauen uns ein wenig um.

Die Bustour ist um die Zeit nur mäßig voll und führt uns hinein in die spektakuläre Landschaft des Nationalparks. Zunächst beherrschen die grandiosen Ausblicke die Fahrt. Aber dann entdeckt Rex unser Fahrer und Guide das erste Tier: Einen Grizzly! Den hatte ich mir nicht so kuschelig vorgestellt. Weiter auf der Fahrt erspähen wir Dull Schafe, Caribus (=Rentiere) und noch einige weitere Grizzly Bären. Der Halt am Overlook (ca. 3900 Feet) ist kalt und windig, bietet aber tolle Ausblicke. Der Halt am Ende der Tour ist eher öde. Leider geht es nicht bis zum sehr empfohlenen Ende der Strecke dem Wonder Lake.

Auf der Rückfahrt sind alle schon etwas dösig bis ein Bär direkt unseren Weg kreuzt, da sind alle wieder wach. Wenig später läuft uns noch eine Elchkuh mit ihrem Kalb über den Weg und kurz vorm Ende der Tour – Rex will sich gerade eine späte Pizza bestellen – läuft ein Stachelschwein fast vor den Bus. Da Rex wohl Hunger hat, hält er dafür leider nicht an.

Im Auto ist es jetzt kalt, da wir für die Heizung den Generator brauchen, heißt es sich in den Schlafsack kuscheln!

Montag 25.08.2014 –Up and down and up and down

Brrr, ist das kalt. Schon in der Nacht haben wir gefroren. Also werfen wir in unserem Luxusauto die Heizung an. Ein gutes amerikanisches Frühstück und heißer Kaffee wärmen uns dann auch von innen. Dann packen wir unseren Rucksack und brechen auf zum Startpunkt des Savage Alpine Trails. Der Pfad führt erst sanft, dann steiler bergauf. Die Sonne kommt raus und wir fangen sogar an zu schwitzen. Unterwegs begrüßen uns weiter oben gar nicht scheue Murmeltiere.

 

Oben angekommen haben wir ein schöne Aussicht nur der Mount McKinley zeigt sich leider nicht. Dafür bläst hier ein kalter Wind, der uns wieder in die winddichten Regenjacken treibt. Ein Blick in die Tiefe zeigt ns sogar ein paar Elche aus der Ferne. Wir wandern auf der anderen Seite hinab und nehmen den River Loop auch noch gleich mit. Über uns am Hang grasen wieder die Dullschafe. Ein ganzes Stück hinter dem Trailende, den Flußlauf einfach weiter hinab, machen wir unsere Lunchpause. Von hintern durch Felsen geschützt nach vorne den Blick frei, packen wir unsere Sandwiches aus, ohne Angst zu haben, dass ein Bär auch etwas davon abhaben möchte.

Der Weg zurück führt wieder an der Elchbeobachtungsstelle vorbei und tatsächlich grasen sie dort immer noch. Wir merken uns die Stelle, um später mit dem Auto hinzufinden. Nach ca. 17 km und über 1000 Hm kommen wir wieder am Camper an. Wir finden mit dem Auto zurück zu den Elchen und können nicht nur diese sondern auch noch drei weitere Gruppen auf dem Rückweg beobachten. Zufrieden und hungrig kehren wir zu unserem Stellplatz am Riley Creek zurück. Beim Grillen müssen wir aufpassen, dass und freche Dohlen nicht gleich das Brot klauen.  Der Abenddrive ist auch erfolgreich fast an den gleichen Stellen halten sich noch immer die Elche auf, zwei stehen ganz dicht an der Straße, da sieht man erst wie groß diese Tiere sind.

Dienstag 26.08.2014 – N65.014, W147118.12

Prasselnder Regen auf dem Autodach weckt uns. Also lassen wir es ganz gemütlich angehen bevor wir und auf die morgendliche Pirsch machen. Nach dem Frühstück hat es dann auch aufgehört zu regnen und wir machen noch die kleine Runde des Mountain Vista Trails. Dann geht es wieder auf den Parks Hwy, diesmal weiter Richtung Norden. Riesige Trucks sind mit uns unterwegs und quälen sich auch durch mehrere lange Baustellen. Auf einer grast ein Elch in gut sichtbarer Entfernung, leider aber ohne Gelegenheit zum Halt.

Fairbanks können wir nichts abgewinnen, deshalb kaufen wir nur schnell ein, tanken auf und fahren dann noch weiter, um an unserer nördlichsten Stelle der Reise eine Stelle zum Campen zu suchen. Diese finden wir schließlich bei N65.014, W147118.12 in einer Anglerbucht an einem kleinen See. Aus diesem erhebt sich bei strahlender Sonne und noch leichtem Regen ein wunderbarer Regenbogen. Unser persönlicher Wonderlake.

 

Vor dem Sundowner wagen wir noch eine abenteuerliche Seeumrundung. Aber kurz hinter einem gigantischen Biberbau kommen wir wegen eines zu breiten Flusslaufs nicht weiter und müssen umkehren. Bis dahin haben Jutta die Mücken auch schon fast aufgefressen, deshalb wird gleich das Lagerfeuer angemacht.

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Später in der Dämmerung hören wir viele Geräusche der Tiere um uns herum unter anderem auch die Rufe eines Uhu.

 Mittwoch 27.08.2014 – Entlang der Alaska Pipeline

Zurück nach Fairbanks, aber vorher gibt es Frühstück in der Chatanuka Lodge. Einer super urig eingerichteten Trucker Lodge, die wohl zumeist im Winter von Snowmobil Fahrern und Schlittenhunden Besitzern frequentiert wird.

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Ab Fairbanks folgen wir stets der Alaska Oil Pipeline, die von Prudhoe Bay im Norden bis Valdez im Süden 800 Meilen zurücklegt. Es regnet ein wenig auf der Fahrt, das stört uns in unserem warmen luxuriösen Camper weniger als die tapferen Radfahrer, denen wir doch ab und zu begegnen. Das Örtchen North Pole unterwegs macht einen ganz auf Weihnachten – das ganze Jahr!

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In einem Visitor Center unterwegs entscheiden wir, als nächstes den Wrangell St. Elias NP anzusteuern. Den größten Nationalpark der USA. Die freundliche Dame kann uns allerdings auch nicht sagen von wo man überall Zugang in den Park hat. So entscheiden wir uns, über Glennallen zu fahren. Auf der Fahr dorthin erhaschen wir immer wieder – mal links mal rechts von uns – Blicke auf die sich über Hügel und Flüsse windende Pipeline.

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In Glennallen können wir auch noch auftanken und Feuerholz kaufen. An der Tankstelle erfährt Andreas erst noch die Lebensgeschichte von zwei … Bei Copperville biegen wir vom Richardson Hwy ab und verlassen die Pipeline. Der Edgerton Hwy ist gerade frisch geteert und die Arbeiter haben wohl schon Feierabend, denn die uns angekündigte Verzögerung fällt aus. Chinita ist der letzte Ort vor dem Park. Ab da wird die Straße eine schmale Gravelroad. Da es jetzt schon spät geworden ist, wählen wir den Campground gleich hinter der Brücke über den Chinita River. Es ist zwar sehr windig, dort wo sich Chinita und Copper River in einem gigantischen, breiten Flussbett treffen, aber der Camper bietet uns Windschutz, so dass wir bald ein schönes Lagerfeuer prasseln haben.

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Um draußen zu essen, ist es uns aber zu kalt, deshalb genießen wir den Ausblick auf die sich rot färbenden Berge beim Dinner aus dem Fenster.

 Donnerstag 28.08.2014 – Jägerlatein

Heute wollen wir noch einmal einen Trail versuchen. Wir haben gestern im Visitor Center noch Beschreibungen gefunden, die geben aber leider nicht so viel her.

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Also fahren wir nach einem Kaffee, der muss an einem zunächst noch trüben Morgen auf jeden Fall sein,  erst einmal bis zur imposanten Kuskulana Bridge. Diese wurde im Winter 1910 als Verbindung zur 40 Meilen weiter im Park gelegenen Kupfermine gebaut.

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Die Trails starten ein Stück den Weg zurück. Lange 6 km geht es auf einem breiten Weg dahin. Unterwegs treffen wir zwar auf Bärenspuren, aber leider nicht auf die zugehörigen pelzigen Gesellen. Später begegnen wir zwei Jägern, die ihr erlegtes Wild ausgenommen und zum Trocknen ausgebreitet haben.

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Der folgende schmale Pfad führt durch dichten Wald mit Moos und Farn, später an einem herabströmenden Bach entlang. Bei einer kurzen Rast am Wasser treffen wir wieder auf einen der Jäger. Aber seine Beute versteckt sich auch vor uns. So kehren wir irgendwann um und kommen ohne tierische Begegnungen nach ca. 22km Fußmarsch ein wenig ausgelaugt und hungrig wieder am Camper an.

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Ab jetzt geht es unweigerlich zurück, das Abenteuer Alaska nähert sich dem Ende. Auf der weiteren Fahrt studieren wir abwechselnd den Alaskian Hunter Guide, den Andreas aus dem Visitor Center mitgenommen hat. Wir verstehen langsam, dass Alaska eins der größten Jagdparadiese der USA ist, mit unendlich vielen teilweise uns merkwürdig anmutenden Regeln und Vorschriften.

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Wir finden später einen wunderschön am Tolsona River gelegenen Campingplatz. Dort genießen wir angemessen bei Steak und Wein den letzten Abend der Tour.

Freitag 29.08.2014 – Noch einmal Anchorage

Der letzte Morgen. Der Luxus des Campingplatzes gibt und die Möglichkeit, ohne Bedenken die Heizung anzuwerfen. So können wir im Warmen unsere Sachen packen und im Camper klar Schiff machen, während draußen, die Sonne heraus kommt. Ein letztes leckeres Frühstück mit all unseren Resten (was wir nicht schaffen, vermachen wir dem netten Owner der Campsite). Dann geht es endgültig zurück nach Anchorage.

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Es ist eine schöne ruhige Fahrt, durch die Berge vor Anchorage. Noch einmal vorbei an einer weidenden Elchkuh und auch kurz vor Anchorage direkt vom Highway aus können wir noch einmal eine Herde Elche ausmachen.

In Anchorage führt unser erster Weg direkt zum Flughafen, um unseren armen einsamen Koffer abzuholen. Das klappt erstaunlich schnell und unbürokratisch. Jetzt hat Jutta für die restliche Woche in Seattle noch einen Koffer voll sauberer Outdoor Klamotten…

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Für den Abend haben wir uns noch einmal im Lake Hood Inn einquartiert und lassen uns nach der ebenso problemlosen Rückgabe des Campers dort hinbringen. Anchorage zeigt sich noch einmal im schönsten Sonnenlicht. Mit noch einer Familie (ein älteres Ehepaar mit Sohn und „fast“ Schwiegertochter) aus Minnesota teilen wir uns den schönen Balkon des Inns. Dabei erfahren wir u.a., dass dies das Hochzeitgeschenk an das junge Paar ist, die sich seit 10 Jahren kennen, aber jetzt erst heiraten werden….

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Zum Abendessen gibt es im lustigen Humpy statt Steak mal Fisch: Ein lecker gegrillten Heilbutt und Beine der Alaska Kingcrabs.

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Wir bestellen noch ein Taxi für den Morgen, denn es geht früh los um 7:00 Uhr wieder nach Seattle.

 

 

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1 Antwort zu Mit den Bären durch Alaska 18.08.2014 – 30.08.2014

  1. Christan Schneider sagt:

    „Müde, aber BÄRenglücklich beschließen wir den Tag!“
    –sicherlich habt ihr viele Tage so ausklingen lassen. Dazu dann Cappucino mit BÄRenmarke-Kaffeesahne.
    Wieder einmal ein Reisebericht, spannend, aufregend, interessant – und mit vielen, fantastischen Fotos. Na, und dann — viele reisen und leben „aus dem Koffer“ , ihr könnt das besser: „leben ohne Koffer“.
    „20.00 Uhr ist es jetzt, 25.SeptemBÄR 2014. Kinderfunk auf WDR5 „Die BÄRenbude“ ist zu ende und ich kann loslegen.
    Ich besorge mir selBÄR einen KugelschreiBÄR und bin jetzt euer Kommentar-SchreiBÄR. Natürlich habe ich etwas LampenfieBÄR, ihr glaubt, ich sei ein AngeBÄR, schreibe viel PalaBÄR — dabei bin ich inzwischen ein LiebhaBÄR eurer Reiseberichte.
    Gerne wäre ich dabei gewesen, aber da hätte ich einen HubschrauBÄR gebraucht, wäre dann über BÄRlin und das BÄRmudadreieck, sozusagen als RuntreiBÄR zu euch gekommen. Natürlich mit einem FlugschreiBÄR.
    Jetzt bleibe ich aber lieBÄR hier, mache mir ein BÄRlauchbrot. Oh, Schreck, das Glas hat einen falschen AufkleBÄR, BromBÄRmarmelade steht da drauf. Aber egal, sieht aus wie RhabarBÄR ist aber BÄRlauch.

    So, ihr UrlauBÄR, jetzt bin ich kein SpielverderBÄR und erwähne gleich das schönste BÄRenfoto, Nr. 6350, der Foto-Shuting-BÄR. Natürlich unter Lebensgefahr von Dir, liebe Jutta fotografiert. Spannende Berichte, fantastische Fotos. Das geht ja schon los nach Anchorage, was soll es, viel aufregender der Flug neben dem Piloten mit dem Wasserflugzeug. Nur schade, der Koffer ist weg, wartet am Ende aber einsam in Anchorage wieder auf Euch. Der Regen am 26.8. hatte ja etwas Gutes, nur so kam es zu dem wunderschönen „Regenbogen-Foto“. Super!! Die Gletscher-Fotos sowieso!
    Auch die Alaska-Pipeline (etwas dicker als unser Dachrinnen-Regenfallrohr). und ein Tag von 365 Tagen Weihnachten in North Pole gehörte euch auch.
    Gespannt, aber offen bleibt die Lebensgeschichte von zwei…. in Glennallen an der Tanke – am 27.8. –.
    Natürlich waren es nicht nur BÄRen, die euch begleiteten, auch Elche, Stachelschweine, Murmeltiere, Dull Schafe, Rentiere kreuzten euren Weg. Dazu noch Millionen von Mücken und der lebendige Matanuska-Gletscher.
    So, jetzt auch für mich – wie für euch am letzten Abend – lecker Fisch und ein Glas Wein. DANKESCHÖN für den tollen Reisebericht und die fantastischen Fotos.

    Tschüss sagt der UrheBÄR dieses Kommentars und wünscht euch einen schönen OktoBÄR
    Christian

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