Sambia – The real Africa -15.10.2010 bis 05.11.2010

1. Tag (15.10.2010) „Warten auf das Auto“

Ankunft Johannesburg um 8:25 Uhr. Der Weiterflug nach Livingstone klappt problemlos und auch die Ankunft dort ist pünktlich. Nach einer halben Stunde Wartezeit für das Visum und um 100 US Dollar leichter, steht unser Gepäck schon da. Dann werden wir ganz komfortabel abgeholt. Philippe empfängt uns mit einem Schild „Tamm & Heinel“. Aber dann merken wir doch, dass wir in Afrika sind. Zunächst wundern wir uns, dass Philippe uns zu einerLodge bringen will, wobei wir doch selberdie Waterfront Lodge reserviert haben. Als das geklärt ist und er uns zurWaterfront-Lodge fährt, erzählt er uns, dass das Auto noch nicht da ist sondern erst noch aus Lusaka gebracht wird. An der Rezeption der Lodge wartet die nächste Überraschung, unsere Reservierung ist nicht bekannt. Erst nach langem Suchen wird unsere Überweisungsbestätigung gefunden. Das bestellte TwinChalet wird gerade frisch mit Ried gedeckt, so müssen wir auf eine Nummer kleiner ausweichen. Insgesamt ist die Lodge aber ok – vielleicht zu viele laute Touristen für unseren Geschmack.

Da wir ja noch Zeit haben bis das Auto kommt, macht Philippe mit uns eine Tour zu den Vic Falls. Ein Guide, dem wir uns nicht erwehren können, führt uns zu fantastischen Ausblicken. Auf dem Rückweg fahren wir noch zu einer Lion-Experience. Die Stars dort sind neben drei kleinen Geparden, zwei junge tollpatschige Löwen (Nelson und Mandela)! Wir dürfen die kleinen Geparden sogar streicheln und mit den kleinen Löwen spielen.

Jutta und die Löwen Kleine Leoparden

Auf dem Rückweg zur Lodge beichtet Philippe uns, dass das Auto wohl erst gegen 22:00 Uhr ankommt. So verabreden wir uns für 6:00 Uhr am nächsten Morgen, um das Auto in Empfang zu nehmen.

Wir lassen den Abend ruhig ausklingen. Das Buffet am Abend ist sehr lecker. Nach einem Schwatz mit Andre, dem Goldhändler aus Angola, fällt Jutta totmüde unter das Moskitonetz.

2. Tag (16.10.2010) „Schlafen mit Hippos“ – 344 km – Lochinvar NP

Wecken 5:45 Uhr. Mit einer ersten Tasse Kaffee gehen wir vor die Tür, aber das Auto ist noch nicht da. Endlich hören wir den bekannten Klang des Defenders und nehmen ihn zunächst glücklich in Empfang. Beim Check stellt Jutta fest, dass in einem der Reifen ein dicker Dorn steckt. Da muss zunächst der Reifen gewechselt werden. Leider ist das Auto nur ein Ersatzfahrzeug, wie wir erfahren. Beim anderen war die Kupplung defekt und konnte nicht rechtzeitig getauscht werden. So fehlen neben der Winde noch ein paar andere Kleinigkeiten und auch so ist das Auto nicht  super in Schuss. Leider sind die notwendigen Permits für die Fahrt durch Sambia und Malawi auch nicht in Ordnung und wir müssen noch auf die Ausstellung warten. Philippe fährt fürsorglich mit uns noch zum Einkaufen und tanken. Dann geht es endlich los. Unser Ziel ist Lochinvar ein National Park mit einer großen Lagune. Das Gate erreichen wir gegen 3:00 Uhr. Nachdem die Eintrittsformalitäten erledigt sind, passiert uns ein dummes Missgeschick. Als Andreas wieder ins Auto steigen will, verschließt es sich und der Schlüssel und die Fernbedienung liegen innen. Was nun? Andreas schafft es schließlich, das hintere Fenster (aus Plexiglas) aufzuhebeln. Nachdem wir nach einem weiteren Schrecken feststellen, dass man das Auto erst elektronisch entriegeln muss, können wir in den Park hineinfahren. Auf besseren Wegen als bis dahin fahren wir zur Chunga-Lagune. Unterwegs sehen wir die ersten Kudus und Lechwes. An der Lagune selbst herrscht eine himmlische Ruhe, bis auf ein paar Rufe der Fischer und das Mampfen der Hippos.  An einem traumhaften Platz schlagen wir zum ersten Mal unser Zelt auf und nutzen die Zeit im Hellen, um unsere Sachen zu sortieren.

Bevor es ganz dunkel wird, facht Andreas die Glut an und grillt unsere Steaks. Wir genießen den ersten Abend in völliger Einsamkeit. Lauschen dem Grunzen der Hippos und beobachten in der Ferne ein Buschfeuer.

3. Tag (17.10.2010) „Unsere erste Fahrt mit der Fähre“

05:00 Uhr der Tag beginnt. Während es langsam hell wird, machen wir uns eine Tasse Kaffee und verstauen das Zelt. Unser erster Game Drive führt an der Lagune entlang und bietet uns eine wunderbare Sicht auf hunderte von Lechwes, verschiedenste Wasservögel, unter denen aucheinige Kraniche sind. Vor dieser Kulisse genießen wir unser Frühstück.

Unser Weg führt uns weiter über eine 70 km lange Offroad-Piste, vorbei an vielen bunten Dörfern und stets freundlich winkenden Leuten. Wenn wir es kaum mehr vermuten, kommt uns immer mal wieder ein Fahrradfahrer entgegen und die nächste Ansiedlung ist nicht mehr weit. Das Stück auf der T2 bringen wir schnell hinter uns, trotz der vielen Potholes und der vielen schlecht beladenen Trucks, die sich die Straße rauf und runter quälen. Kurz vor der Grenze nach Zimbabwe biegt dann die Schotterpiste Richtung Lower Zambesi National Park ab. Allerdings ohne jegliches Schild oder einen Hinweis. Zum Glück weiß unser Garmin den Weg. Bald nähern wir uns der Fähre über den Kafue. „Don’t pay the ferryman“, aber der will statt den bisherigen 20 sogar 28 US Dollar haben. Wie sich heraus stellt, wurden die Preise für die Fähren im September angehoben. Da nur der Fahrer im Auto sitzend auf die Fähre darf, muß Jutta zu Fuß die Fähre betreten.

Auf der anderen Seite verschenken wir unsere ersten mitgebrachten  Spielsachen an die uns begrüßenden Kinder. Dorf um Dorf um Dorf zieht sich auf dem Weg zum GMA  (Game Management Area) Checkpoint am Fluß entlang. Das Tor öffnen wir selbst, aber dann kommt bereits der Gatekeeper und wir müssen uns doch noch schnell in das Visitor Buch eintragen. Die letzten Kilometer genießen wir bis zur Mvuu Lodge kurz vor dem Lower Zambesi NP. Hier wollen wir zwei Nächte bleiben. Zunächst relaxen wir und waschen uns den ersten roten Staub von Haut und Haaren. Um 19:00 Uhr werden wir zum Essen gebeten (leider auch eine japanische Familie mit Kleinkind, dass bei jedem Schritt quietschende Schuhe an hat). Der frisch gefangene Fisch, der uns serviert wird ist köstlich. Da die Japaner den Fisch verschmähen, haben wir diesen ganz für uns.

KM 662
 

4. Tag (18.10.2010) „Umzingelt von Elefanten“

Am Morgen werden wir von grasenden Hippos geweckt (Schritt- chmmmpppf – Schritt – chmmmppppf). Dieses Geräusch wird uns auf der gesamten Reise weiter begleiten. Als Andreas das Zelt im Morgenlicht verstaut, rutsch er vom Kotflügel ab und fällt vom Auto. Zum Glück geht das Ganze glimpflich aus und er kann trotz Bluterguss im Knie noch fahren.

Der Weg in den Lower Zambesi NP erweist sich als schwerer zu finden als gedacht, da einige Wege gesperrt sind. Auf einer Steigung machen sich die beiden Ersatzkanister selbstständig. Da muss Andreas sich erst mal etwas einfallen lassen. Eine Sandmatte hilft weiter. Sie verhindert, dass sich der Spanngurt bei Erschütterungen löst. Danach müssen wir noch einen Fluß durchqueren und erreichen dann endlich das Entrance Gate. Hier bekommen wir es das erste Mal mit den TseTse-Fliegen zu tun. Unheimlich lästig diese Viecher. Aber der Rest versöhnt uns wieder. In der Ferne sehen wir die ersten Schakale. Wir folgen den Tracks auf unserem Garmin. Da kommt auch schon die erste Offroad Challenge für Andreas, eine enge steile Abfahrt. Doch es lohnt sich. Wir erreichen eine wunderschöne Stelle am Fluß. Als Jutta ein Foto machen will, erschreckt, ja wer erschreckt wen? Das Krokodil Jutta oder umgekehrt?

Nachdem wir unseren Kaffee genossen haben, setzen wir unsere Fahrt fort. Erst sehen wir jede Menge Elefantenkot und wundern uns, wo die zugehörigen Elefanten sind. Doch nach kurzer Zeit treffen wir dann auf die ersten Bullen. Je weiter wir fahren, desto mehr Elefanten sehen wir. Nach einer kurzen Mittagspause am Sambesi  setzen wir unsere Fahrt fort. An einem Seitenarm entdecken wir eine badende Elefantengruppe. Nach ein paar Fotos wollen wir weiter fahren. Da stehen einige Elefantenkühe mit ihren Jungtieren auf dem Weg. Das wollen wir uns natürlich ansehen. Also, Auto gestoppt, Motor aus und genießen. Doch was wir nicht erwartet haben, es werden immer mehr.

Von allen Seiten trotten sie heran. Nach einiger Zeit sind wir von ca. 70 Elefanten umzingelt. Da heißt es Geduld haben und zuschauen. Nach einer Stunde hat Andreas eine Lücke entdeckt und wir fahren weiter. Da der Weg nicht so richtig zu erkennen ist, fahren wir erst einmal im Kreis. Dabei werden wir von einer großen Herde Wasserbüffel beobachtet. Was die sich wohl gedacht haben, als wir zum dritten Mal bei ihnen vorbei kommen? Wieder an derMvuu Lodge angekommen, nehmen wir erst einmal einen Drink an der Bar. Dort erfahren wir, dass die Leopard Hill Road nicht zu befahren ist, da einige Bäume den Weg blockieren. Es gibt allerdings einen Weg weiter im Osten, der Richtung Norden führt, den werden wir morgen dann ausprobieren. So gut präpariert, schmeissen wir erst mal die Steaks auf das Feuer und genießen die wunderschöne Aussicht auf den Sambesi.

KM 724
 

5. Tag 19.10.2010 „Die Erdspalte“

Aufstehen 05:00 Uhr. Das Frühstück sparen wir uns. Das wollen wir nach dem morgendlichen Game Drive zu uns nehmen. Das Tagesziel ist Petauke, eine größerer Ort, auf dem Weg zum South Luangwa National Park. Wir fahren wieder in den Lower Zambesi NP und sehen zuerst Antilopen, Elefanten und viele Hippos. Dann halten wir an einer Lagune und bereiten uns unser Frühstück. Jutta muss einmal in den Busch. Da kommt ein Elefant hinter einem solchen hervor und starrt sie an. „Andreas, da kommt ein Elefant!“ läuft sie aufgeregt zu ihm. Da fragt man sich, wer hat sich in dem Moment mehr erschreckt. Grauer Elefant oder weiße Frau?  Der Elefant ist auf jeden Fall geflüchtet. Während wir unsere Sachen wieder einpacken, kommt ein Safariwagen vorbei. Der Guide berichtet uns, dass nicht weit entfernt ein Löwenrudel liegt. Wir fahren den beschriebenen Weg und finden ein 13 köpfiges Löwenrudel. Es sind Jungtiere in unterschiedlichen Altersgruppen dabei. Wir bleiben eine Weile bei dem Rudel und geniessen den einmaligen Anblick.

Doch dann  müssen wir weiter, denn der heutige Weg ist lang. Der Weg führt uns vorbei am Jeki Airstrip. Dort sitzen zwei einsame Menschen und warten auf den nächsten ankommenden Flug. Das es sich um einen Flugplatz handelt, kann man nur an dem Windsack und den Feuerlöschern erkennen. Wir fragen die beiden sicherheitshalber noch mal nach dem Weg. Dieser wird aber mit zunehmender Strecke immer weniger erkennbar und das Navi ist auch nicht so recht hilfreich. Da kommt uns der Jeep einer Lodge gerade recht. Wir sind aber auf dem richtigen Weg, bestätigt man uns erneut. Die Offroad-Strecke wird immer anspruchsvoller. Der Defender quält sich Hügel um Hügel hoch und wieder runter. Die Strecke ist sehr ausgewaschen und mit losen Geröll gespickt. Andreas muss immer wieder aufpassen, nicht in die tiefen Spuren zu rutschen. An einer besonders steilen Stelle rutschen wir dann aber doch. Das ist eigentlich kein Problem, aber da wir auf dem Geröll nicht zum stehen kommen, wird es doch zu einem. Der Wagen kommt erst knapp einem halben Meter vor einer ca. 2 Meter tiefen Erdspalte zum stehen. Mit viel Schaufeln, drei Sandmatten (jetzt fehlt die Winde) und Andreas fahrerischen Geschick, können wir den Wagen zunächst weiter vom Rand der Spalte bewegen und dann auch wieder auf die Strecke. So kommen wir nach 1,5 Stunden weiter. Die Strecke zieht sich aber noch viele Kilometer sehr schwierig weiter, wir müssen auch noch durch einen leichten Waldbrand fahren. Das alles hat sehr viel Zeit gekostet, so dass wir uns dazu entschließen, die restlichen Kilometer bis nach Petauke im Dunklen zu fahren. Dies erweist sich als große Herausforderung. Keine Fahrbahnmarkierungen, links Fahrräder ohne Licht und rechts die Trucks. Für Jutta ist dies anstrengender als eine Offroad-Strecke. Doch nach 2 Stunden kommen wir erschöpft in Petauke an und mieten uns in der ganz ordentlichen Chimwemwe Lodge ein, die eigentlich mehr ein Motel ist. Als Belohnung gönnen wir uns ein gutes Abendessen.

6. Tag (20.10.2010) „South Luangwa Flat Dogs Camp“

Nach einer Nacht neben der Hauptverkehrsstraße und gegenüber der Disco, machen wir ein wenig klar Schiff im Auto. Danach wird getankt und dann geht es nach Chipata. Dort wechseln wir noch Geld in der gut bewachten Bank (derSecurity Mann hat eine Klaschnikow dabei) , kaufen ein und  füllen den Tank noch einmal  bis zum Rand auf. Dann geht es weiter, vorbei an bunten Dörfern, vielen Menschen und Fahrrädern auf einer nicht so tollen Schotterstraße (wird aber gerade neu gemacht). Nach fast drei Stunden kommen wir gut durchgeschüttelt (wie ein James Bond Drink) am Flat DogsCamp an.  Wir nehmen ein Tent, da Campen erst ab November möglich ist. Außerdem wird noch ein Night Drive gebucht. Um 15:30 Uhr treffen wir uns mitdem Guide für den Night Drive. Er heißt Yotam (Jutam). Nach einer halben Stunde interessantem Smalltalk mit Yotam und einem Kaffee geht es dann los. Yotam versucht einen Leoparden zu finden. Doch leider ist er zuerst erfolglos. Dafür treffen wir auf Ginger, einen alten Löwen, der genüßlich am Fluß trinkt, viele Antilopen und natürlich Elefanten. Dann geht es weiter und Yotam entdeckt ein im Baum hängendes totes Impala – ein Leoparden Kill! Aber weit und breit kein Leopard in Sicht. So fährt Yotam erst mal weiter und will später noch einmal wieder kommen. Und tatsächlich, dann ist er da, unser erster Leopard. Ohne sich stören zu lassen, frißt er das Impala.

Wir schauen ihm lange dabei zu, bis andere Safariwagen auftauchen. Und unser Glück verläßt uns nicht, wir entdecken noch einen weiteren Leoparden, der sich im Dunk von Impalas wälzt. Auf der Rückfahrt zum Camp sehen wir noch einen Large-spottet Genet – ein kleines wieselartiges Tier. Im Camp wartet nach diesen Abenteuern dann schon ein leckeres Abendessen und ein (oder zwei…) Absacker auf uns.

7. Tag (21.10.2010) Was bedeutet Fallhöhe, Flat Dogs Camp

Wir starten den Tag mit einem Morning Drive im Park um 06:00 Uhr. Begleitet von vielen Safariwagen der Lodges fahren wir in den Park. Wir sehen viele Antilopen, Giraffen und die ersten Zebras in Sambia.

Natürlich kreuzen auch wieder Elefanten unseren Weg. Aufallend ist, dass diese hier viel kleiner sind als in den Parks weiter im Süden. Was sich nicht bestätigt ist, dass 30% der Elefanten keine Stoßzähne haben sollen. Insgesamt sind wirklich viele Tiere im NP.

Im Südosten versuchen wir einen Track, der schnell ins Gestrüpp führt. Dort finden wir ein totes Impala, das mit dem Hals in einer Schlinge liegt. Scheinbar hat man die Wilderei doch noch nicht ganz in den Griff bekommen.

Den Mittag verbringen wir von der Hitze total geplättet faul im Camp.

Am Nachmittag starten wir noch einmal in den Park. Leider finden wir nicht die Löwen, die wir nachts haben brüllen hören. Aber dafür kreuzt eine riesige Herde Wasserbüffel unseren Weg. Des Nachts ist viel leben im Camp. Neben den Hippos, die um die Zelte grasen, besucht uns auch eine Giraffe und pisst hinter das Auto – das hört man sehr laut aus so einer Fallhöhe.

8. Tag (22.10.2010) „It’s wild“

Um 5:45 Uhr Aufbruch nach North Luangwa durch den Nefue Sektor. Radfahrer und Fussgänger sind schon unterwegs, vor den Hütten wird gefegt. Auch durch das Tal entlang dem Luangwa begegnen wir vielen Radfahren, die meisten sehr abenteuerlich beladen oder auf dem Rad zu zweit unterwegs.

Wir machen einen kurzen Zwischenstopp im Wilderness Camp, um nach einer Übernachtung für den nächsten Tag zu fragen. Weiter geht es an vielen Dörfern und Radfahrern vorbei bis zum“It’s wild“ Bush Camp.

Dort werden wir von den Scouts freudig begrüßt. Um sechzehnhundert (wie der Scount mit uns ausmacht) starten wir zum Night Drive (wir müssen unser Auto ein wenig ausräumen, damit der Scout bei uns mitfahren kann). Zunächst fahren wir durch den Luangwa, der sehr wenig Wasser führt nicht viel später entdecken wir drei Löwen, die mit uns den Sonnenuntergang genießen. Die Fahrt durch die Dunkelheit ist sehr spannend, da hier ausser uns niemand unterwegs ist. Ein paar Bushbabys zeigen sich auf den Bäumen, in die Büsche verschwindet ein Honigdachs, aber das Stachelschwein, dass Jutta so gern mal in Aktion sehen würde, zeigt sich nicht.

Zurück in der Campsite haben die Caretaker schon das Feuer angefacht und das Duschwasser aufgefüllt. Das ist echter Luxus im Busch!

9. Tag (23.10.2010) „Barfuß durch den Croc River“ –

Es ist 5:00 Uhr. Es warten schon unser Guide und der bewaffnete Scout auf uns, um uns auf unserem Morning Walk zu begleiten. Mit dem Gewehr voran laufen wir los. Um in den Park zu gelangen, müssen wir den Luangwa überqueren. Dazu wird der Ponton genutzt, der händisch über den Fluss gezogen wird.

Auf schmalen Pfaden führt und der Guide in den Park. Wir hören einen Löwen brüllen aber sehen nur viele Antilopen, Sqirrels und auch eine Gruppe Blue Wildbeest (unser Guide meint trocken, die sind so dumm, dass sie gern von Löwen gejagt werden). Nach erneutem Löwengebrüll pirschen wir uns weiter an die Löwen heran. Diese verstecken sich aber in undurchdringlichem Gelände. Das ist unseren Begleitern zu gefährlich, da wir die Löwen nicht sehen können, diese uns vermutlich aber schon. Auf dem Rückweg müssen wir natürlich auch wieder über den Luangwa. Diesmal heißt es Schuhe aus und barfuß durch den Fluss, in dem wir kurz zuvor noch die Hippos und Krokodile beobachtet haben!

Nach einem wohlverdienten Frühstück brechen wir auf ins Wilderness Camp auf unsere reservierte Campsite. Dort sitzen wir zunächst ganz matt von der Hitze, am Fluss. Dann führt uns ein kleiner Afternoon Drive auf eine weite, wunderschöne Ebene – ein jetzt trockenes Sumpfgebiet – darauf grasen hunderte Pukus mit vielen Jungtieren. Es ist eine tolle Abendstimmung.

An der Campsite genießen wir erneut den Ausblick auf den Fluss und hunderte von Hippos, die lautstark mit einander spielen und kommunizieren. Sie sind auch die ganze Nacht noch zu hören.

10. Tag (24.10.2010) „Unabhängigkeitstag“

Es ist nicht nur Sonntag sondern auch Feiertag in Sambia. Wir starten faul in den Tag, aber statt des erhofften Sonntagfrühstücks (das Brot ist leider schimmelig) gibt es die Nudelreste von gestern. Langsam machen wir uns zurück auf den Weg durch das schöne Luagwa Tal in Richtung Süden. Diesmal sind wesentlich weniger Menschen unterweg, sie sind alle zuhause und feiern.

Im SouthLuagwa NP steuern wir diesmal das Camp Track und Trail an, da man hier auch jetzt schon campen kann. Nach einer Erfrischung an der Bar (es gibt den weltbesten Eistee mit Ingwer und frisch gepfückter Minze), begrüßen uns viele freche Affen auf der Campsite, aber sie haben offensichtlicht nichts geklaut. Vor unserem nächsten Night Drive gibt es noch Kaffee und Keckse, dann startet Said mit uns in die Nacht. Said hat einen Plan. Er will uns zunächst schnell zu den Löwen bringen, um uns dann zu den gerade gesichteten Wilddogs zu fahren. Der erste Teil des Plans geht auch auf. Die Löwen erwarten uns wie bestellt in bestem Abendlicht.

Beim zweiten Teil des Plans werden wir enttäscht, die Wilddogs sind weittergezogen. Zurück auf der Campsite stellen wir fest, dass die Affen doch noch frecher sind als gedacht und uns die Stäbe des Vordachs aus dem Zelt gerissen haben. Naja, da sie nichts damit anfangen konnten liegen sie vor dem Auto auf dem Rasen – Glück gehabt!

11. Tag (25.10.2010)  „Eine Tankstelle mit Brüdern“

Wir sind kurz vor den Affen wach und pünktlich um 06:00 Uhr am Gate zum NP. Unser Streifzug führt uns an vielen Elefanten und natürlich unzähligen Pukus, Impalas vorbei.

Bevor wir im Camp Mittagspause machen, wollen wir noch in Mfue tanken. Gestern hatte die Tankstelle zu und heute ist der Diesel alle. Aber zum Glück hat der Tankwart zwei Brüder, die auch noch zufällig gerade ein wenig Diesel übrig haben. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt. Wir bekommen 45 Liter Diesel zum günstigen Preis von ca. 2, 20 Euro. Aber was bleibt uns anderes übrig, da wir aber am nächsten Tag einen weiten und beschwerlichen Weg vor uns haben.

Zufällig treffen wir dabei auf einen Guide aus der Lodge. Wir verabreden uns für den Nachmittag und wollen dann zusammen in den NP fahren. Leider treffen wir ihn nicht an, so dass wir den Game Drive alleine machen. Heute ist der Tag der Vögel. Wir sehen eine Fish Eagle Familie, die ihre Jungtiere füttert, ein Kingfisher Ehepaar beim turteln und noch jede Menge andere Vögel.

An einer Lagune nehmen wir beim Anblick einer Elefantengruppe unseren Sundowner. Dann geht es wieder ab ins Camp. Morgen müssen wir früh los.

12. Tag (26.10.2010) „Lake Waka Waka“

Wir stehen um Punkt 06:00 Uhr am Gate. Heute geht es Richtung Norden durch den South Luangwa NP. Es steht uns eine sehr lange und schwierige Strecke bevor. Zunächst geht es durch Mopane Wälder, dann durch Graslandschaften und wieder Mopane Wälder. Zwischendurch gibt es immer wieder Teile mit dem berühmten afrikanischen Kopfsteinplaster.  Wir sehen Warzenschweine, Rappenantilopen sowie Impalas und Pukus.

Und dann erreichen wir sie, die berühmt berüchtigte Escarpment Road. Im Reiseführer steht, nur für ausgesprochene Allradprofis. Andreas freut sich schon. 700 Höhenmeter auf 6 km Strecke auf Geröll und ausgewaschenen Rinnen. Also 4×4 im Low-Modus undlos. Der Defender muss sich, genauso wie Andreas, ganz schön anstrengen, aber es klappt reibungslos. Nachdem das geschaft ist, müssen wir noch ein kleines Buschfeuer passieren und den letzten Ersatzkanister in den Tank füllen, da er jetzt auch kaputt ist.

Nachdem wir dann dasGate passiert haben, geht es nach Mpika. Dort gehen wir erst einmal Lebensmittel einkaufen. Eigentlich wollten wir auch noch unseren Biervorrat auffüllen. Aber leider kaufen ein paar trinkwütige Belgier fast das gesamte Bier auf. Für uns bleiben nur 6 Dosen übrig. Andreas kauft noch einen neuen Ersatzkanister, der dann an der Tankstelle, neben dem Auto, auch aufgefüllt wird. Danach geht es los zum Lake Waka Waka. Die Gravel Road dorthin erweist sich aber leider als eine richtige Offroad Strecke. Unterwegs treffen wir auf ein paar Hütten. Wir halten an und verteilen einige der mitgebrachten Spielsachen. Die Kinder sowie Mütter sind überglücklich. Insgesamt brauchen wir für die Strecke auch ein wenig länger als gedacht.

Wir kommen aber noch früh genug am LAke Waka Waka (der Erleuchtete, wie uns später ein Scout erklärt, da der Grund so hellen Sand hat, dass er im Mondlich zu leuchten scheint) an, um das Auto ein wenig mit dem Wasser aus dem See zu reinigen.  Begrüßt werden wir allerdings nicht von den Caretakern sondern von Fischern, die scheinbar dort leben. Auch sonst ist die Campsite sehr spartanisch, Plumsklo, keine Dusche und auch die Stellplätze sind nicht wirklich zu erkennen. Dafür liegt sie wunderschön am See. Aber nach dem herumliegenden Material zu urteilen, soll hier wohl bald etwas passieren. Nachdem wir das Auto unter den neugierigen Blicken der Fischer gereinigt haben,  wollen wir unser Abendessen zubereiten. Da die Fischer ihr Lager in unserer Nachbarschaft aufgeschlagen haben, schenken wir ihnen unser Brot, die Kartoffeln und ein Sechser Pack Cola (wir können ja schon bald etwas neues kaufen). Nach dem Abendessen, genießen wir am Lagerfeuer unsereren Wein bei einem grandiosen Sternenhimmel und angenehmen Temperaturen.

13. Tag (27.10.2010) „Millionen!“

Viertel vor 5 klingelt der Wecker. Es ist noch total finster. Wir machen und gemütlich fertig und bekommen sogar noch warmes Wasser und Feuerholz von den Fischern angeboten.

Die Straße ist jetzt besser und bald gelangen wir auf die Teerstraße (gebaut von den Chinesen), die uns schnell nach Kasanka führt. Dort buchen wir uns in ein Chalet ein und genießen die warme Dusche, die uns die Caretaker in den Wassertank füllen. Auf unserer ersten Pirschfahrt zum Fibwe Hide sehen wir die ersten Flughunde und sind schon beeindruckt.

Nachdem wir einen gemütlichen Nachmittag auf der Terasse des Chalets verbracht haben, holt uns um 4:00 Uhr Ruston unser Guide ab zum Walk zu den Schlafplätzen der Flughunde. Wir fahren mit ihm zum Bathide, dort warten wir noch auf Kennedy unseren Scout mit Gewehr, denn auch hier gibt es Leoparden und viele Schlangen. Mit den beiden gehen wir in den dichten Regenwald. Der erste Ausblick von dem Hochstand ist überwältigend – was sich später sogar noch relativiert. Es sind schon jetzt unzählige Flughunde, die um ihre Ruheplätze herumschwirren und aufgeregt vor sich hin schnattern. Unglaublich, magic, fantastisch – einfach unbeschreiblich! Auf noch verschiedenen Hides haben wir weitere grandiose Ausblicke. In dichten Trauben hängen die putzigen Tiere an den Bäumen. Ringsrum warten bereits die Adler und eine ganze Gruppe Geier auf ihre Chance.

Pünktlich um 6:00 Uhr nach Sonnenuntergang geht das Spektakel los. Die Flughunde schwirren aus auf Futtersuche. Eine halbe Stunde lang segeln sie über unsere Köpfe hinweg. Bevor es ganz dunkel wird, pirschen wir zum Auto zurück, immer wachsam vor Schlangen und Leoparden, die natürlich auch ein Auge auf die fliegenden Delikatessen geworfen haben. Wir kommen gut wieder in unserem Chalet an, in dem Andreas noch drei Frösche aus der Toilette rettet. Beim Essen haben wir Besuch von unzähligen interessanten Insekten.

14. Tag (28.10.2010) „“

Wir fahren früh los – eine lange Strecke liegt mal wieder vor uns. Die erste Etappe ist Kabwe, der einzige größere Ort auf dem Weg. Dies erreichen wir zügig nach ein paar halbherzigen Polizeikontrollen. In Kabwe wollen wir Geld wechseln, unsere Vorräte auffrischen und tanken – eigentlich kein Akt, aber schon in der ersten Bank sind laaaaaange Schlangen. Es scheint Zahltag zu sein. Wir lassen uns den Weg zur Barclays Bank zeigen. Dort ist zwar keine Schlange, aber mit der Aufgabe 600$ zu wechseln überfordern wir den Bankangestellten völlig. Andreas rechnet die Kwacha schneller im Kopf als der Computer. An der Tankstelle treffen wir ein Paar aus Südafrika, das aber ein anderes Ziel als wir haben. Irgendwann ist auch der Tank voll und wir können uns wieder auf die Straße begeben.

Nach ca. 100 km an der Landless Corner wird aus der Teerstraße eine  fürchterliche Gravelroad. Wir rumpeln uns aber tapfer durch und kommen nach weiteren 5 Stunden in McBride’s Camp an. Die Mühe hat sich gelohnt. Der Platz ist traumhaft! Wir werden freundlich empfangen und der Caretaker John facht sofort das Feuer für das warme Wasser an und beschafft uns Feuerholz. Um kurz vor sechs kehren die McBide’s mit ihren Gästen (dem deutschen Botschafter Frank  mit seiner Frau Gerda) von ihrer Bootstour zurück.  Mit ihnen gemeinsam nehmen wir unseren Sundowner – ein schönes kaltes Mosi – in Gesellschaft von grasenden Hippos. Wir verabreden uns für den nächsten Morgen zu einem Walk.

15. Tag (29.10.2010) „Bei McBride’s“

Pünktlich treffen wir uns mit Chris und seiner Frau Charlotte in ihrem Wohnzimmer, nur das deutsche Botschafter Ehepaar läßt auf sich warten. Wir überbrücken die Wartezeit mit einem Kaffee, bis Chris uns schon aufgeregt auf das nahe Löwengebrüll aufmerksam macht:  „so beautiful, isn’t it so beuatiful“ schwärmt er. Der Walk ist super spannend. Immer wieder und immer näher hören wir das Gebrüll von Max, dem Lieblingslöwen von Chris in diesem Revier. Charlotte, die sich um eine von Wilderen verwundetet Löwin sorgt, dauert dies zu lange und sie fährt mit dem Wagen von der andren Seite auf die Löwengruppe zu. Und tatsächlich über Funk werden wir informiert, dass Charly (Charlotte) die Löwen aufgespürt hat. Max liegt mit zwei Löwinnen (die gesuchte ist allerdings nicht dabei) relaxed unter einem Baum. Ab und zu steht er auf und reißt sein Maul weit auf. „Thats Flehmen“ erklärt uns Chris begeistert das Verhalten der Löwen. Wir können tolle Bilder machen.

Mittags relaxen wir auf der schönen Campsite, bekommen Besuch von einer Gruppe niedlicher Bushbocks dazu lassen sich viele neugiere Vögel bei uns nieder. Nach einer erfrischenden Dusche gehen wir zum Camp wo uns Chris viele interessante Geschichten erzählt.

Dann starten wir zu einer romantischen Bootstour, bei der wir das Boot mit einem Guide und dem Bootsführer für uns ganz alleine haben. Als wir zurückkehren ist das Camp gut besucht. Die beiden von der Tankstelle in Kabwe (Mike und Jen) haben ihren Guide Jo getroffen und sind doch in die gleich Richtung wie wir weitergefahren. Chris händigt uns sogar noch ein Funkgerät aus, damit wir während unseres Morning Drives nach der verwundeten Löwin ausschau halten können.

16. Tag (30.10.2010) „Wireless“

Der Mornign Drive ist leider nicht sehr ergiebig, obwohl wir die ganze Nacht die Löwen haben brüllen hören. Auch noch ganz in der Früh und ganz in der Nähe. Ein paar Kudus verstecken sich in den Bäumen, viele Pukus, Impalas und einige freche Warzenschweine. Das Funkgerät von Chris haben wir nicht gebraucht, so bringen wir es ins Camp zurück. Dort richtet Andreas ihnen noch ihr WirelessLan -mitten im Busch! Chris ist überglücklich.

Den heißen Nachmittag schlagen wir uns auf der Campsite um die Ohren. Dabei repariert Andreas auch noch unsere Motorhaube. Danach ist allerdings eine gründliche Dusche fällig. Zum Kaffee spazieren wir wieder zu den McBride’s, um ihnen die Fotos von Max zu zeigen und um unsere Rechnung zu bezahlen. Andreas muss ein weiteres Mal als Computerspezialist aushelfen. Die Mc Bride’s sind uns so dankbar, dass sie uns den Walk und die Bootsfahrt schenken. Nach einem letzten SmallTalk und einem kalten Mosi, verabschieden wir uns herzlich. Auf dem Weg zu unserem Auto steht John unser total verängstigter Caretaker, der eine Gruppe Elefantenbullen respektvoll vorbeiziehen lässt. Nachdem der dritte vorbei getrabt ist und wir ein paar Schritte weitergehen, rennt John auf einmal los. Ein weiterer Bulle kommt aus dem Gebüsch und baut sich ärgerlich vor uns auf. Also warten wir doch noch ein wenig bevor wir endlich an unserem Feuerchen beim tröten der Elefanten den letzten Abend in Mc Brides Camp geniessen.

17. Tag (31.10.2010) „TseTse“

Früh geht es los Richtung südlicher Kaufue NP. Dazu müssen wir zunächst einen Umweg nach Norden in Kauf nehmen. Im Nordteil entdecken wir nochzwei imposante Pappenantilopen. Am Ponton über den Kafue müssen wir noch auf den Fährmann warten. Als wir übergesetzt haben, sind auch schon unsere Nachbarn aus McBride’s Camp da. Die Straße ist nagelneu und gut befahrbar. Zügig erreichen wir auch den nächsten Ponton über den Lunga. Durch ein paar Dörfer, danngeht es endlich Richtung Süden. Am Gate zum nördlichen NP treffen wir Mike und Co wieder. In den Floodplains gelangen wir durch Jos Führung über den Moshiairstrip. Irgendwann wird es uns zu holprig, so kehren wir um. Unter einem schattigen Baum machen wir eine kurze Rast. Gegen 14:00 Uhr kommen wir im Lufapa Camp an – noch immer im nördlichen Kafue NP. Dort reservieren wir unseinen Night Drive und genehmigen uns einen kühlen Drink bei herrlichem Ausblick auf den Kafue.

Nach dieser Erfrischung bauen wir noch das Zelt auf. Unser Guide Brain für den Night Drive lässt auf sich warten, aber wir werden von dem Scout des Camp gut unterhalten. Er ist beeindruckt, dass wir Chris McBride persönlich kennengelernt haben und erzählt uns, dass wir derzeit nur ein paar Km mit dem Boot von dessen Camp entfernt sind. Auf dem Night Drive erleben wir eine irre Abendstimmung mit einem ersten Gewittergrollen der sich ankündigenden Regenzeit. Der Regen zieht an uns vorbei, aber es weht ein empfindlich kalter Wind. Dazu sind die TseTse Fliegen besonders lästig. Selbst Andreas, den jede Mücke verschmäht, fressen sie fast auf. Wieder entdecken wir Bushbabys, ein Ganesh und andere kleine Nagetiere, die bei Nacht aktiv sind. Kurz vor dem Camp entdeckt Brain sogar eine Hyäne, die sich aber vor uns schnell davon macht. Das Dinner ist super, ein total schön gedeckter Tisch, Brot, leckerer Salat zum Lamm. Ein richtiger Luxus. Danach können wir gut schlafen. Aus dem Tiefschlaf schreckt Andreas aber noch einmal hoch: Ein Elefant steht vor unserem Auto!

18. Tag (01.11.2010) „Kurz vor dem Sturm“

Aus dem nördlichen Kafue NP starten wir mit einem frühen Game Drive. Auch heute sind die TseTse Fliegen sehr bissig, so dass die Fenster mal zu bleiben. Unsere neue Entdeckung ist eine Herde Kuhantilopen. Auf dem Verbindungsstück in den südlichen Kafue überfährt Jutta eine Schlange, die sich über die Teerstraße schlängelt. Aber auch auf die vielen Pukus, Impalas und Warzenschweine muss man achten, die immer mal wieder die Straße queren. Auf halben Weg ist ein GMA Posten. Dort haben sie gerade die Stoßzähne eines Elefanten sichergestellt. 15 und 16,5 Kilo wiegen die mächtigen Hauer. Den Rest der Strecke kommen wir an vielen Dörfen und Farmen vorbei. Überall wird Hirse verkauft.

Das New Kalala Camp am Itezhi-Tezhi Staudamm erreichen wir zur Lunchtime. was wir uns auch gönnen. Dabei schauen uns ein paar Klipschliefer zu und die Bedienung wird von einer Schlange erschreckt. Unten an der Campsite huscht ein riesiger Nilwaran vor Jutta ins Wasser. Wieder herrscht unheimliche Gewitterstimmung, so dass wir alles vor dem heftigen Wind sichern, aber auch dieses Mal zieht der Regen an uns vorbei.

19. Tag (02.11.2010) „The angry elephant“

Letzter Game Drive durch South Kafue NP. Ein entgegenkommendes Fahrzeug treibt einen Elefanten vor sich her. Dieser scheint schon ziemlich aufgebracht. Deshalb weichen wir lieber zurück und stellen uns auf die Seite. Kurz vor uns schlägt sich der Elefant auf der gegenüberliegenden Seite in die Büsche und wir denken schon – puhh alles ok. Aber als der Elefant unsere Höhe erreicht hat, schaut er uns an, schüttelt aufgebracht den Kopf, wedelt mit den Ohren und kommt mit riesen Schritten auf uns zu. Kurz vor dem Auto stoppt er und droht uns erneut mit aufgebrachtem Kopfschütteln. Er kommt noch näher und mit seinem Rüssel tastet er nach dem Rückspiegel. Wir halten den Atem an und rühren uns nicht. Er macht noch eine weitere Drohgebärde, dann macht er endlich kehrt und zieht weiter. Jetzt reicht ein „Puhhh“ nicht aus, so erleichtert sind wir oder zumindest Jutta.

Der weitere Weg führt uns an der Parkgrenze entlang durch viele sehr einsame Ansiedlungen. Die nächsten Vorräte schenken wir dort her. Besonders über Andreas Taschenmesser ist die Freude groß. Nach einigen Kilometern in den Nanzhila Plains wird aus der zwar sehr selten aber gut zu befahrenden Sandpiste eine rumpelige Elefantenpiste. Die Landschaft ist dafür um so schöner, weite Ebenen, gelbes Gras, allerdings wenig Tiere, man merkt, dass Menschen in der Nähe wohnen. Erst nach dem Gate aus dem Park wird die Straße wieder besser. Nach einem kurzen Zwischenstopp, bei dem wir eine Familie mit unseren restlichen Vorräten glücklich machen, erreichen Livingston.

Das Lvingston Safari Camp ist nüchtern und die kurze Stippvisite in der Stadt noch viel mehr. So lassen wir den Tag mit ein paar Drinks an der Bar und einem leckeren Chicken aus der Küche ausklingen.

20. Tag (03.11.2010) „Abzocke an der Grenze“

Dem Titel ist nicht viel hinzuzufügen. Zunächst noch ganz easy erledigen wir unsere persönlichen Grenzformalitäten, aber dann Beginnt der Ärger wegen angeblicher doch fehlender Permits für das Auto. Nach fast einer Stunde Diskussion, ewigem Hin- und Her, sich immer wieder ändernden Bedingungen und Gebühren, sind wir dann aber doch endlich auf der Fähre. Einziger Trost: Die unendliche Schlange schwerbeladener Lastwagen, die wir vorher passiert haben, wird eine noch viel längere Wartezeit haben.

In Kasane fahren wir dann erstmal zur Kubu Lodge. Der herzliche Empfang versöhnt uns wieder. Die Lodge ist sehr schön angelegt. Bei einem Kaffee, können wir vor unserem Chalet unesre Koffer endlich mal vom Staub der letzten drei Wochen befreien. Die Fahrt in den Chobe NP enttäuscht uns nicht. Uns erwarten direkt hunderte von Elefanten am Fluss. Wohin das Auge reicht, große, kleine und ganz kleine. Es ist fantastisch, sie gehen baden, beschmeissen sich mit Schlamm und saufen,…

Auf dem Rückweg entdecken wir eine gigantische Büffelherde. Kaum zu sehen, haben sich die riesigen Tiere diesmal alle faul unter Bäumen dösend im Schatten versteckt. Das letzte Stück Off Road traut sich Jutta ans Steuer. Das Restaurant der Kubu Lodge ist genauso schön wie die gesamte Anlage und so geniessen wir unter einem tollen Sternenhimmel auf der Terasse am Fluss das leckere Menü.

21. Tag (04.11.2010) „Eigentlich der Letzte…“

Mit einem schönen Morning Drive starten wir in den Tag. Dieser führt uns zunächst auf einsamen Wegen an vielen Antilopen vorbei. Gegen 9:00 Uhr wollen wir an der Picknickstelle Serondela frühstücken. Aber es stehen bereits unzählige Safariwagen auf dem Platz, so dass wir uns ein etwas abgelegeners, ruhigeres Plätzchen suchen, an dem wir unser von der Lodge eingepacktes Frühstück auspacken. Kurze Zeit später entdecken wir nicht weit entfernt von dieser Stelle einen jungen Löwen, gut dass dieser schon statt ist. Er liegt träge vor sich hin dösend unter einem Busch.

Nach diesem letzten Highlight des Selfdrives fahren wir noch Kasane, um ein paar Mitbringsel zu kaufen. Den Abend beschließen wir mit einer Bootsfahrt auf dem Chobe River. Sie ist wie schon beim letzten Mal vor zwei Jahren ein imposantes Erlebnis. So viele verschiedene Tiere, aus dieser interessanten Perspektive sieht man selten.

Nichts desto troz dominieren auch hier wieder die Elefanten.

22. Tag (05.11.2010) „BA BA BOLOLANG – oder auch kurz Departures“

Ein spätes ausgiebiges Frühstück genießen wir an unserem letztem Morgen. Nachdem alles gut verpackt ist, lassen wir uns noch in  den Snake Park fahren, den wir auch vor zwei Jahren schon besucht haben. Diesee ist seit unserem letzten Besuch umgezogen und auch ein ganzes Stück gewachsen. Es ist wieder super interessant. Mit viel Zeit und Geduld erklärt uns der Ranger Mark engagiert Herkunft, Verhalten und Gefährlichkeit der unterschiedlichen Schlangen. Wir dürfen auch wieder einige Exemplare in die Hand nehmen und ihre geschmeidige Haut anfassen. Neben den Schlangen beherbergt der Park inzwischen auch paar Vögel, Schildkröten, Chamäleons und die uns schon bekannten Zebramungos.

Ankunft Flughafen Kasane 12:30 Uhr. Der Flughafen ist spartanisch, es gibt weder Anzeigetafeln noch irgendwelche Durchsagen. Das Gepäck wird manuell gecheckt und auch die Bordkarten sind handgeschrieben. So dauert der Vorgang aus entsprechend lange. Leider erfahren wir um viertel vor zwei, dass die Maschine noch nicht in Johannesburg gestartet ist – technischer Defekt – ein herausgefallenes Fenster wie uns später ein Passagier erzählt. Es bricht Hektik aus. Passagiere mit Anschlussflügen werden notiert. Ab hier kommt Tina ins Spiel, eine in Pretoria lebende Südafrikanerin (Großmutter Inderin), die ab jetzt das Ganze managed. Sie telefoniert mit Gott und der Welt, um schon mal im Fall der Fälle gute Übernachtungsmöglichkeiten zu sichern,… Sie erfährt auch als Erste, dass die Maschine vorraussichtlich um 17:45 Uhr in Kasane landen soll. Das würde uns noch reichen! Die offizielle Ankündigung lautet dann 18:05 Uhr, das wird knapp, mit dem Anschluß in Johannesburg. Ein Teil der Passagiere vertreibt sich die Zeit in Kasane, der Rest wäschst zu einem Haufen zusammen. Neben Tina sind da noch Anton, der Schwabe, der seit 35 Jahren eine Lodge in Südafrika zwischen Waterberg und Pretoria hat, zwei reiselustige alte Kanadierinnen und ein italienisches Paar, das kein Wort englisch kann. Wir versuchen alles, lassen noch unser Gepäck nach München durchchecken, was genauso manuell passiert, wie die Suche nach den Gepäckstücken draussen vor der Wartehalle. Auch den Anschlußflug checken wir für uns und das italienische Päärchen (das über München weiter nach Venedig muss) schon mal ein. Dann heißt es warten… Ca. 40 Minuten vor dem geplanten Abflug beginnt die Passkontrolle und die Security für das Handgepäck – natürlich manuell. Dann sitzen endlich alle 25 Passagiere in dem kleinen Warteraum. Es wird heiß darin. Aton versucht die Tür zu öffnen (was natürlich nicht geht), aber die großen Fenster lassen sich öffnen. Da die Hitze nicht weicht, überredet Tina das Bodenpersonal doch die Tür nach draußen zu öffnen (please  do not go out). die Spannung steigt und so treten Anton, Andreas und andere langsam hinaus, Schritt für Schritt auf das Rollfeld, um zu lauschen ob das Flugzeug sich nähert. Auf diesem grasen aber zunächst nur ein paar Warzenschweine. Endlich rückt die Feuerwehr aus und das Flugzeug landet, leider schon mal 10 Minuten später als angekündigt. Endlos scheint der Strom der aussteigenden Passagiere. Dann ist es soweit, der Kapitän gibt das Zeichen und alle strömen los. Die nette Angestellte vom Bodenpersonal kann uns nur mühsam zurückhalten und die Bordkartenabschnitte noch abreissen. Leider haben alle Hilfestellungen von Tina nichts genutzt. Es dauert doch 35 Minuten bis wir wieder abheben und der Verkehr über Johannesburg ist so stark, dass der Flieger noch einmal 20 Minuten verliert, bis er landen darf. Unser Anschlußflug ist weg!!! Also begeben wir uns mit den anderen Gestrandeten zu Botswana Airlines, die uns nach langem Warten im Birchwood Hotel unterbringen – der größten Motelanlage, die wir bisher gesehen haben. Nachdem sie dort die Buchung von der Airline auf 5 Zimmer gesplittet haben, bekommen wir sogar noch ein reichhaltiges Dinner. Dann ziehen wir uns erschöpft in unser Zimmer zurück.

23. Tag (06.11.2010) „O-Tambo – ein Tag am Flughafen“

Frühstück in Birchwood, die Menschen in Sambia würden es nicht fassen können, diese Mengen an Essen. Nach einer kurzem Tour zur nahegelegenden Shopping-Mall fragen wir noch mal nach unseren Flügen. Lufthansa informiert uns, dass wir noch nicht umgebucht sind. So lassen wir uns schon mal den Flug für Sonntag bestätigen und begeben uns schnellstens zum Flughafen, um auf die Warteliste für den heutigen Flug zu kommen. Von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr vertreiben wir uns dort die Zei,t nur um  zu erfahren, dass der Flug hoffnungslos überbucht ist. Die Italiener teilen unser Schicksal, trotzdem sie in der Zwischenzeit von einem italienischen Assistenten ihrer Reiseagentur betreut werden.  Also wieder ins Hotel. Diesmal suchen wir es uns selber aus. Näher am Flughafen und mit einer gemütlichen Bar, die wir dann auch gleich aufsuchen. Bei südafrikanischem Wein und Rugby im Fernsehen klingt der Tag aus.

24. Tag (07.11.2010) „Johannesburg“

Das Hotel Southern Sun ist eine gute Wahl. Wir genießen ein reichhaltiges Frühstück in angenehmer Atmossphäre – man wähnt sich schon nicht mehr in Afrika. Da wir bis zu unsrem Abflug ja noch viel Zeit haben, buchen wir noch eine Tour durch Soweto und Johannesburg. So lernen wir wenigstens ein wenig über die Stadt kennen, in der wir nun doch schon einige Zeit verbracht haben. Die Tour führt zunächst vom Flughafen an der City von Johannesburg vorbei nach Soweto das bekannteste Township am Rande von Johannesburg.

Es geht vorbei an historischen Orten der Arpartheidsgeschichte u.a. zum Hector Pieterson Museum. Unser Fremdenführer ist gut informiert, erzählt uns viele interessante Details und kann auf all unsere Fragen Antworten geben. Wir sind beeindruckt. Auf dem Rückweg geht es durch Downtown Johannesburg und vorbei an den jüngsten Bauten der Geschichte Südafrikas, gepägt durch die Fussballweltmeisterschaft.

Am Flughafen geht diesmal alles reibungslos – um 21:10 Uhr setzt sich das Flugzeug pünktlich in Bewegung!

Alle Fotos sind hier zu finden The best of Sambia
Und hier haben wir noch ein paar Videos.

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4 Antworten zu Sambia – The real Africa -15.10.2010 bis 05.11.2010

  1. Christian aus Porta Westfalica sagt:

    Hallo, da melde ich mich doch noch einmal,
    472 x „The best of Sambia“. 472 Fotos müsste ich als super bewerten. Das geht nicht. Also fasse ich zusamme. Fassinierend der Afrikanische Koninent. Besonders Euer Reiseziel. Beeindruckend ist für mich folgendes: Im Jahr 2000 – bei der Weltaustellung in Hannover – hatte ich mehrfach die Begegnung mit einer netten jungen Dame aus dem afrikanischen Kontinent. Ca. 20 Jahre alt. Lebte an einem See in Äthiopien. Etwas klein geraten, aber das passte zu ihr. Ihr Name Lucy. Einen schöneren Namen hätte man ihr nicht geben können.
    So, jetzt noch etwas zu Euren Fotos. Überwältigend die Vielfalt des Lebens in Afrika. Ob Mensch oder Tier, beeindruckend !!!.
    Und wieder bin ich von einer Dame begeistert. Immer wieder wunderschön auf den Bildern. Allerdings auch nicht sehr groß – besser: nicht sehr lang geraten – dennoch, sie strahlt „Größe“ aus. Auch hier, der Name kann nicht treffender und schöner sein. Jutta heißt sie. Und sie lebt heute und jetzt.
    Alle Fotos sind schön. Aber es gibt schönere, das sind die mit Jutta.
    Ach so, Lucy lebte vor ca. 3 Milionen Jahren.
    …und ich auch heute und jetzt – in Ostwestfalen, in der Nähe eines Flusses.
    Grüße
    Christian

  2. Ulrike Czudnokowski sagt:

    So ein Zufall!!!
    Haben soeben bei Kaffee und Kakao, Kerzenschein und voradventlicher Stimmung diese, Eure Reise entdeckt!! Wir sind beeindruckt, bewundern Euern Mut, denn es scheint so, dass einige Situationen schon grenzwertig waren!? Oder? Hut ab!!!Wie faszinierend die Tierwelt Afrikas, die beeindruckenden Gegenden, die Wildnis und, und, und…
    Aus dem verregneten Münster liebe Grüße von Ulrike und Lukas

  3. Inge sagt:

    Ein spannendes Abendteuer, zum Staunen und zum Luftanhalten!!!
    Die Fahrten durch das Buschfeuer, die Flüsse, die wahnsinnig steile Piste,
    und der wütende Elefant! Die beeeindruckende Landschaft die wunderschönen
    Tierfotos, die genüsslichen Picknicks und die aufregende Rückreise.
    Ich freue mich, dass ihr gesund wieder daheim seid.

    Mama, Inge

  4. Christian aus Porta Westfalica sagt:

    Super !!
    Euer Reisebericht aus dem wilden Herzen Afrikas. Exklusive Schliderungen, tolle Fotos, abenteuerliche Videos -und das alles erlebt unter der kräftigen Sonne südlich des Äquators. Spannend zu lesen, aber auch aufregend. Für mich nur zu ertragen bei gleichzeitigem Genuss einer hauchzarten Waffel, umhüllt mit zartschmelzender Schokolade. So wird Euer Bericht auch noch zu einem unverwechselbaren Geschmackserlebnis, das zum Träumen verführt. Sozusagen zur Schokoladenseite Afrikas !!
    Grüße aus Porta
    Christian

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